Sport : Im Spiegel des Tages: Eigentor der Öffentlich-Rechtlichen

Markus Huber

Bis zur Fußball-Weltmeisterschaft in Japan und Südkorea dauert es noch mehr als sechzehn Monate und trotzdem ist das erste Tor schon gefallen. Ob es ein schöner Freistoß, ein tolles Solo oder doch eher ein Eigentor war, muss sich aber noch zeigen. Stolz verkündeten ARD und ZDF Anfang der Woche, dass sie sich für Hunderte von Millionen Mark die Übertragungsrechte aller deutschen Partien und vorsorglich auch fürs Finale gesichert haben. Jubel hob an, im Lager der Öffentlich-Rechtlichen, und Jubel auch bei Leo Kirch, dem Rechtehändler, der für das Paket die Millionen von ARD und ZDF einstreichen darf.

Doch während Kirchs Leute immer noch feiern, wird es im ARD/ZDF-Block zusehends stiller, weil immer mehr Intendanten klar wird, dass der alte Leo sie kräftig über den Tisch gezogen hat. Für die Millionen haben die Öffentlich-Rechtlichen nämlich nur das Recht erstanden, genau festgelegte 24 Partien live zu übertragen. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird das keine besonders tolle Quote ergeben, weil diese Partien um 9 Uhr, 11 Uhr oder 13 Uhr deutscher Zeit stattfinden. Ausführliche Zusammenfassungen am Abend, wenn die Fußballfans auch Zeit zum zusehen haben, sind im Paket aber nicht enthalten.

Die Zusamenfassungen wird dann wohl ein Privatsender zeigen - und damit kräftig Geld verdienen. Das sieht dann doch nach einem klassischen Eigentor der Öffentlich-Rechtlichen aus.

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