Sport : Im Spiegel des Tages: Ein Aufbruch mit klaren Prioritäten

Karsten Doneck

Die Finanzen stimmen, das Flutlicht strahlt, zum nächsten Heimspiel werden die Tribünenbesucher auch unter einem Dach im Trockenen sitzen können. Ganz klar, beim Fußball-Regionalligisten 1. FC Union sind die Dinge seit langem in Bewegung geraten. Ein Verein im Aufbruch. Union verschafft sich langsam, aber sicher Zweitliga-Qualität. Zumindest bei den Rahmenbedingungen. Da muss halt nur noch die Mannschaft im sportlichen Bereich nachziehen.

Erfolge wie der Einzug ins Halbfinale des DFB-Pokals bieten gewiss Anlass zur Freude. Aber alle Beteiligten am Sieg über den VfL Bochum - von den Spielern über Trainer Georgi Wassilew bis hin zum Präsidenten Heiner Bertram - kehrten bei ihrer verständlichen Begeisterung am Mittwochabend schnell zur professionellen Sachlichkeit zurück, indem sie darauf hinwiesen, dass der DFB-Pokal nur das Schaulaufen sei. Zur Pflicht wird in Köpenick der Aufstieg in die Zweite Bundesliga erhoben. Und da sieht es momentan eher trübe aus. Zwei Niederlagen unmittelbar vor der Winterpause gegen den Lüneburger SK und auswärts beim VfB Lübeck haben Union nachdenklich gemacht. Nur noch Vierter in der Regionalliga - das kann auch durch sensationelle Pokalerfolge nicht aufgewogen werden.

Allerdings kann aus dem DFB-Pokal heraus auch eine enorme Kraft wachsen. Energie Cottbus drängelte sich in der Saison 1996/1997 bis ins Pokalfinale durch (0:2 gegen den VfB Stuttgart), stieg in jenem Jahr auch noch in die Zweite Liga auf und hatte sich durch die Pokalteilnahme finanziell derart gesundgestoßen, dass die Mannschaft heutzutage in der Bundesliga mit Bayern München und Hertha BSC ihre Kräfte misst. Ein Weg, der für Union nachahmenswert sein sollte.

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