Sport : Im Spiegel des Tages: Farfalle nello-stomaco

Helmut Schümann

In der Nähe von Köln liegt eine kleine Stadt mit einer Go-Kart-Bahn. Kerpen heißt das Städtchen, hat den diesjährigen Formel-1-Weltmeister hervorgebracht und fühlt sich sprachlich arg den Rheinlanden verbunden. Wenn man also eben diesen Michael Schumacher mal fragen will, was er denn so beruflich mache, wird er antworten: "Isch bin ne Ferrari-Fahrer." Hierzulande macht das keine Schwierigkeiten, hierzulande versteht das ein jeder, hier weiß man, was man am Rheinländer hat.

Korrekterweise muß es aber heißen: Io sono ferrarista. Schließlich baut Ferrari in Maranello, was bei Mailand liegt und sich sprachlich doch arg dem Italienischen verbunden fühlt. Und weil diese Sprache unserem Michael, dem Mischael, nicht ganz so flüssig von den Lippen geht, hat Alessandro Masi dem Kerpener nun einen Italienischkurs geschenkt. Nicht irgendeinen, den besten, und zwar beim renommierten Sprachinstitut Dante Alighiere. Es könne nicht sein, so Signore Masi, der Präsident des Instituts, dass unser Michael, der Mischael, im italienischen Edelauto fährt und diesen Umstand allenfalls rheinisch lobend erwähnen könne.

Man wurde Signore Schumaker jenseits des Brenners des Öfteren vorgehalten, er sei zu sehr deutsch, zu sehr tedesci, irgendwie nicht mediterran genug, schon mal gar nicht in Interviews. Und warum soll Schumacher nicht lernen, was zum Beispiel selbst Lothar Matthäus gelernt hat, der schon kurz nach seiner damaligen Ankunft in Mailand in seiner üblichen Atemlosigkeit Sätze wie "alloravabeneilrisultatoestobene ..." in italienische Mikrophone sprechen konnte.

Als Schumacher gestern heimkam nach seiner Triumphfahrt, also heim nach Italien, da wurde er schon mal begeistert empfangen. "Schmetterlinge im Bauch" habe er verspürt, sagte er, auf Deutsch. Wie groß wird erst die Freude sein, wenn er dergleichen Gefühlslage in der Landessprache ausdrücken wird. Nur schon mal vorab zur Warnung, signore Schumaker, es heißt in diesem Falle nicht "farfalle nello stomaco", das führt allenfalls auf direktem Wege ins örtliche Krankenhaus.

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