Sport : Im Spiegel des Tages: Mayer-Vorfelder mit anderen Mitteln

Stefan Hermanns

Manche Nachrichten erhalten erst auf den zweiten Blick einen gewissen Charme. Rolf Rüssmann wird neuer Manager beim VfB Stuttgart. Ja, und? Eine große Überraschung ist dies nach den Meldungen der vergangenen Tage nun wirklich nicht. Überraschend ist vielmehr, dass der VfB offensichtlich von der Lust am eigenen Untergang erfasst wurde: Rüssmanns Verpflichtung verspricht bei den Schwaben die Fortsetzung der Ära Mayer-Vorfelder mit anderen Mitteln - also genau das, was die Stuttgarter sicher nicht wollten. Rüssmann hat sich während seiner Amtszeit bei Borussia Mönchengladbach nachdrücklich für einen Job in der Nachfolge des früheren VfB-Präsidenten empfohlen: Als er nach neun Jahren entlassen wurde, stand der Verein kurz vor dem Ruin. In Stuttgart kann Rüssmann nun vollenden, was Mayer-Vorfelder beim VfB nicht mehr ganz geschafft hat: dem Klub den Rest geben.

Rüssmann hat bei den Borussen das Geld mit beiden Händen aus dem Fenster geworfen. Dummerweise war es Geld, das dem Verein gar nicht gehörte. So ähnlich hat es auch Mayer-Vorfelder gehalten. Am Ende seiner Amtszeit beim VfB standen 30 Millionen Mark Schulden zu Buche. Einen Teil des Geldes musste der Klub als Abfindung an die von Mayer-Vorfelder in Serie entlassenen Trainer überweisen. Auch für Rüssmann war der Wechsel der Übungsleiter in Krisenzeiten stets ein geschätztes Mittel der Personalpolitik. In den letzten zwölf Monaten seiner Gladbacher Zeit hat er gleich drei Trainer beschäftigt. Für den ohnehin in der Kritik stehenden Stuttgarter Trainer Ralf Rangnick ist das alles andere als eine gute Nachricht.

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