Sport : Im Spiegel des Tages: Rudi Völler oder: Wie lange noch?

Dietmar Wenck

Der eine oder andere wird sich vielleicht erinnern, obwohl alles zugegebenermaßen schon sehr lange her ist. Also, noch vor Beginn der Bundesligasaison war Jürgen Röber bereits ein ernsthafter Kandidat auf den Posten des Bundestrainers, als klar wurde, dass es mit dem Herrn Ribbeck nichts mehr wird. Dann kam die Lösung Daum, und plötzlich war die Stelle in Leverkusen für den Trainer von Hertha BSC wie maßgeschneidert. Zwischendurch, nach mehreren nicht ganz so starken Auftritten seiner Mannschaft und einem 2:5 in Unterhaching, schien dann selbst der Job in Berlin eine Nummer zu groß für ihn zu sein. Nicht viel später war Röber schon wieder einer der Größten seiner Zunft: fünf Siege - Tabellenführung. Doch muss man nach zwei weiteren Spielen mit 0:6 Toren nicht erneut umdenken?

Röber soll sich nicht beschweren. Es ist nun mal eine schnelllebige Zeit. Berti Vogts zum Beispiel war bereits eine Fehlbesetzung, bevor er zum ersten Mal auf der Leverkusener Bank saß und in dieser Funktion die Tabellenspitze eroberte. Jetzt also Bundestrainer? Geht nicht, war er schon. Ganz schwach übrigens, nur je einmal Europameister und EM-Finalist in acht Jahren. Oder Andreas Brehme, was haben wir gelacht. Der und Trainer von Kaiserslautern! Brehme kann ja nicht mal unfallfrei einen Satz zu Ende bringen. Er hat dann zwar einigermaßen überraschend diese Roten Teufel auf Rang zwei der Bundesliga geführt, aber was heißt das schon? Sieht man doch jetzt: nur noch Sechster.

Ein Wackelkandidat. Weg mit ihm! Damit nicht noch einmal ein solches Malheur wie in Köln passiert, wo der richtige Zeitpunkt des Rauswurfs glatt verpasst wurde. Da stand Ewald Lienen mit dem 1. FC noch Ende Oktober auf einem Abstiegsplatz, und sie haben ihn einfach nicht gefeuert! Nun sind die Kölner plötzlich Zehnter und reden vom Uefa-Cup. So etwas darf natürlich nicht Schule machen. Geduld ist völlig fehl am Platze. Die Saison ist sowieso langweilig genug. Erst drei Bundesligatrainer entlassen, einer davon nicht einmal wegen sportlichen Misserfolgs, sondern wegen anderer Haarspaltereien. Es ist an der Zeit für ein weiteres prominentes Opfer. Wie wäre es mit Rudi Völler? Prominent ist er, und verloren hat er jetzt auch insgesamt einmal. Nacheinander! Zeiten sind das!

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