Sport : Im Spiegel des Tages: Was tragen die Referees drunter?

Benedikt Voigt

Es ist eines der letzten Geheimnisse des Fußballsports und es steht, Jesus sei dank, kurz vor seiner Auflösung: Was tragen Schiedsrichter eigentlich drunter? Jesus Gil y Gil, exzentrischer Präsident des Fußballklubs Atletico Madrid, gab gestern einige intime Details aus dem Schiedsrichterleben an die Öffentlichkeit. Nicht ganz freiwillig, denn der Nationale Gerichtshof Spaniens hatte ihn gefragt, wo denn rund 100 Millionen Mark aus der Vereinskasse verblieben seien. Gil y Gil gab daraufhin zu, den Unparteiischen bei Europacupspielen größere Geschenke gemacht zu haben: Modeartikel, Parfüms, Damenunterwäsche. Damenunterwäsche? Bestechung ist an sich schon keine erfreuliche Sache - aber Damenunterwäsche? Da wird es heikel. Erklärt sich nun, warum Unparteiische eine eigene Umkleidekabine benötigen und stets den Trikottausch verweigern?

Wir wollen es nicht glauben. Es ist nämlich ganz anders. "Bring mir was Schönes mit", sagt Frau Schiedsrichter bevor ihr Mann die Dienstreise nach Madrid antritt. Doch wenn dieser in der spanischen Hauptstadt eintrifft, muss er sich gewissenhaft auf seine Aufgabe vorbereiten: beide Teams auf Video ansehen, viel joggen, viel schlafen. Dann das Spiel, der Stress. Erst als der Schiedsrichter wieder zum Flughafen fahren will, fällt es ihm in der Hotellobby ein: "Was bringe ich jetzt meiner Frau mit?" In seiner Not ruft er bei Jesus Gil y Gil an. Dieser erweist sich als echter Freund des Schiedsrichterwesens und sagt: "Kein Problem, was willst du haben: Modeartikel, Parfüms, Damenunterwäsche?" So und nicht anders muss es gewesen sein, bei den Fußballspielen von Atletico Madrid.

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