Sport : Im Sturm an die Spitze

Bremen gewinnt 4:0 bei Hansa Rostock

Kerstin Hebeler

Rostock - Als wollten sie ihn trösten, erhoben sich die Fans im Hansa-Block in der 89. Minute und riefen ein wenig schüchtern: „Juri, Juri.“ Es war der schönste Moment des gestrigen Nachmittags für den Trainer von Hansa Rostock. Den Rest des Heimspiels gegen Werder Bremen möchte Juri Schlünz dagegen wohl schnell vergessen. 0:4 verlor seine Mannschaft gegen den Deutschen Meister.

Zwar ist das Ergebnis in dieser Höhe nicht gerechtfertigt, es zeigt aber deutlich auf, was Werder hat und Hansa fehlt: Stürmer, die treffen. In einer insgesamt schwachen ersten Halbzeit hatte Rostock mehr Chancen, konnte die Unsicherheiten in der Bremer Abwehr aber nicht nutzen. „Ich bin froh, dass wir das Spiel gewonnen haben“, sagt Werders Trainer Thomas Schaaf. „Mit der ersten Halbzeit kann ich aber nicht zufrieden sein. Wir haben den Rostockern etliche Vorlagen zu Chancen gegeben und sie stark gemacht.“

Schaafs Erleichterung ist wohl vor allem der Tatsache zu verdanken, dass Rostocks Torjäger der vergangenen Saison, Martin Max, nicht mehr aktiv ist. „Wir waren sehr engagiert und lauffreudig, haben unsere Möglichkeiten aber nicht genutzt“, sagte Schlünz. Vor allem Magnus Arvidsson und Rade Prica spielten zwar stark, trafen aber das Tor nicht.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit zeigten die Gäste, wie man seine Chancen nutzt: Innerhalb von zehn Minuten entschieden sie das Spiel für sich. Bremens Ivan Klasnic umspielte nach guter Vorarbeit von Miroslav Klose Rostocks Torhüter Mathias Schober und erzielte das 1:0. Mittelfeldspieler Johan Micoud erhöhte kurz darauf auf 2:0. Das Spiel war entschieden, Rostocks Gegenwehr erlahmte. Wieder war es Klasnic, der nach gut einer Stunde zum 3:0 für Bremen traf. Petri Pasanen erzielte in der letzten Minute sogar noch den Treffer zum Endstand.

Der Mann des Tages blieb bescheiden. „Ich bin nur einer von vieren“, sagte Klasnic. Er benannte damit den Grund, warum Bremen nach drei Jahren wieder im Ostseestadion gewinnen konnte: Auch nach dem Abschied von Torschützenkönig Ailton kann Trainer Schaaf aus vier Spitzenstürmern auswählen. Und die haben Bremen schon wieder an die Tabellenspitze geschossen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben