Sport : Im Traumziel

Als erste deutsche Skirennläuferin seit sechs Jahren gewinnt Maria Riesch eine Weltcup-Wertung

Crans Montana - Viel zu feiern hatten die deutschen Alpinen in jüngsten Jahren nicht. Insofern kam Maria Riesch gestern zu einem ganz besonderen Erfolgserlebnis, das sie im Zieleinlauf von Crans Montana nach einem spannenden Rennen ausgiebig bejubelte: Sie gewann die Weltcupwertung in der Kombination und beendete die Erfolglosigkeit mit der ersten kleinen Kristallkugel seit sechs Jahren. Die Skirennfahrerin aus Partenkirchen musste sich am Sonntag bei der Super-Kombination zwar mit dem zweiten Platz hinter der Schwedin Anja Pärson begnügen, zum achten Mal allerdings war Riesch in diesem Winter auf dem Siegerpodium und das reichte Riesch für ihre erste kleine Kristallkugel vor Lindsey Vonn aus den USA.

„Lindsey hat die Abfahrtskugel schon gewonnen und wird wohl auch den Gesamtweltcup gewinnen, dann kann sie mir die Kugel in der Kombination lassen“, sagte die 23 Jahre alte Riesch. „Das erste Kristall für mich ist schon etwas Besonderes.“ Im Gesamtweltcup löste Riesch die Österreicherin Nicole Hosp auf dem zweiten Platz ab. Zwar ist der Rückstand von 157 Punkten auf Lindsey Vonn (USA), die am Samstag die Abfahrt gewann, fast uneinholbar groß. Doch Maria Riesch darf immerhin weiter davon träumen, als erste Deutsche seit Katja Seizinger 1998 in einer Woche auch die Große Kristallkugel in den Händen halten zu dürfen.

Hilde Gerg, die 2002 als letzte Alpine eine Disziplin-Wertung (Super-G) für den Deutschen Skiverband (DSV) gewann, vergoss nach Rieschs gelungener Vorstellung als ZDF-Expertin vor laufender Kamera Tränen. „Es erinnert mich ein bisschen an die eigene Karriere“, sagte Gerg, die Riesch sogar die Große Kristallkugel zutraut. „Im Gesamtweltcup ist alles möglich.“ Eher nüchtern bewertete Alpin-Direktor Wolfgang Maier den Erfolg seiner Vorzeigesportlerin – zu vergänglich seien die Ergebnisse. „Wir sind im Spitzenbereich wieder präsent. Das ist natürlich schön, aber in einer Woche werden alle Uhren wieder auf null gestellt“, sagte Maier. Auf Maria Riesch kommt aber wohl eine große Zeit zu. „Das Mädel ist hoch talentiert“, sagte Maier.

Nun will Riesch beim am Mittwoch beginnenden Weltcup-Finale in Bormio auch ihre Führung im Super-G-Weltcup verteidigen und die zweite Kristalltrophäe einheimsen. Eine Bestmarke erreichte Pärson mit ihrem Sieg. Als vierte Skirennfahrerin überhaupt ist sie Siegerin in allen fünf Disziplinen. Riesch fehlt dazu noch ein Erfolg im Riesenslalom. dpa

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