Sport : Im Trüben schwimmen

NAME

Immer, wenn die Langstreckenschwimmer aus dem Templiner See steigen, müssen sie Badehosen und Schutzbrillen auswaschen. Grüner Schleim hat sich darin festgesetzt. Das liegt daran, dass der Templiner See stark algenbelastet ist. Der See ist nämlich, so sagt Bernhard Kneiding von der Naturschutzbehörde in Potsdam, eine seeartige Ausweitung der Havel, und wenn das Wasser auf seinem Weg durch den Ballungsraum Berlin hier ankommt, trägt es jede Menge organische Stoffe, zum Teil auch Verunreinigungen, mit sich. Die lagern sich ab, sobald die Strömung nachlässt und ernähren das Wasserunkraut: die Algen. „Eutroph“ wird ein See genannt, der sehr nährstoffreich ist. Solche Gewässer können, wegen Sauerstoffmangels, schnell kippen. Zudem ist der Templiner See mit durchschnittlich sieben Metern Tiefe recht flach, das Wasser erwärmt sich schnell – zurzeit auf etwa 18 Grad, schätzen die Schwimmer – und das unterstützt die Bildung des grünen Belags auf der Wasseroberfläche zusätzlich. Auch deshalb haben die Experten einer EU-Kommission dem Templiner See im vergangenen Jahr eine schlechte Wasserqualität bescheinigt. Allerdings: Gefährlich ist das nicht. „Höchstens für Kleinkinder sind die Algen schädlich und auch nur, wenn sie große Mengen verschlucken“, sagt Bernhard Kneiding. „Leider sehen sie aber etwas unappetitlich aus.“ rcf

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben