Sport : Im Wechseljahr

Christian Hönicke

über die WM und ihre Wirkung auf die Nationalspieler In einem Jahr findet die Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland statt. Die Auswirkungen machen sich bereits in den unterschiedlichsten Teilen der Gesellschaft bemerkbar – jetzt offensichtlich sogar in den Köpfen der Spieler. Seit Bundestrainer Jürgen Klinsmann deutlich gemacht hat, dass die Voraussetzung für einen Stammplatz während der WM ein Stammplatz im Verein ist, haben sich die Profis irgendwie verändert.

So wird Torsten Frings wohl zurück nach Bremen wechseln, weil er auf der Ersatzbank im neuen Münchner Stadion kaum WM-Form erreichen wird. Mike Hanke verlässt aus dem gleichen Grund Schalke; in Wolfsburg erhofft er sich mehr Einsätze. Ebendiese bekam Thomas Brdaric dort nicht, also verabschiedete er sich in Richtung Hannover. Thomas Hitzlsperger entschied sich schon vor einiger Zeit, nach Stuttgart zu gehen, weil er bei seinem Klub Aston Villa nicht mehr in der Startelf stand. Reich werden sie alle nicht werden bei ihren neuen Klubs – aber vielleicht WM-Spieler.

Ein Jahr vor der WM geht es den deutschen Fußballern offensichtlich vor allem darum, regelmäßig Fußball zu spielen – vielleicht mit Ausnahme von Kevin Kuranyi, der seinen Stammplatz in Stuttgart für eine gut bezahlte Teilzeitstelle in Schalke aufs Spiel setzt, und Robert Huth, der die gemütliche Bank bei Chelsea nicht räumen will. Natürlich sind auch die anderen Nationalspieler nicht völlig frei von pekuniären Interessen, denn einem WM-Star eröffnen sich Sponsorenverträge und Angebote von Spitzenklubs. Doch im Vordergrund steht die einmalige Aussicht, bei der WM im eigenen Land für die Nationalelf aufzulaufen. Für eine Saison werden aus Profis wieder Fußballer. Wenn doch nur jedes Jahr WM wäre.

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