Sport : Im Zweifel gegen Hertha

Berlins Bundesligist verliert durch eine äußerst umstrittene Entscheidung 0:1 beim TSV 1860 München und wird wieder zurückgeworfen

NAME

Von Sven Goldmann

München. Seine Miene verhieß nichts Gutes. Mit grimmigem Gesicht verließ Dieter Hoeneß seinen Platz auf der Bank, als Schiedsrichter Gagelmann aus Bremen die Partie zwischen dem TSV 1860 München und Hertha BSC abpfiff. Gagelmann hatte ein umstrittenes Tor anerkannt, das den Münchnern den 1:0 (1:0)-Sieg bescherte. „Eine klare Fehlentscheidung“, wetterte Herthas Manager, der nach dem Spiel dem Unparteiischen einige passende Worte sagen wollte. Wie auch immer, Herthas Aufwärtstrend ist vorerst gestoppt, Mittelmaß ist weiter angesagt.

Zuletzt hatte Gabor Kiraly keine Tore mehr kassiert, nicht gegen Bielefeld und nicht gegen den HSV, auch nicht in Aberdeen. Doch gestern ging die kleine Serie schon nach einer Viertelstunde zu Ende. Und zwar mit einem höchst kuriosen Tor. Andreas Neuendorf schoss in Bedrängnis dem dicht vor ihm stehenden Markus Schroth den Ball an die nach oben gestreckte Hand, von wo der Ball ins Hertha-Tor prallte. Schiedsrichter Gagelmann und sein Assistent sahen jedoch keine Regelwidrigkeit und entschieden zum Entsetzen der Berliner auf Tor. Alle Proteste halfen nichts.

Neuendorf stand auch wenig später im Mittelpunkt, als ihn der Löwen-Torhüter Jentzsch im Strafraum zu Boden stieß. Der durchaus mögliche Elfmeterpfiff blieb jedoch aus – wieder Pech für die Herthaner. Allzu viel taten sie in der Folgezeit nicht, um den Ausgleich zu erzielen. Gewiss, gegen die spielerisch reichlich dürftigen Gastgeber hatten sie in der ersten Halbzeit bei einem Eckenverhältnis von 9:3 zu ihren Gunsten klare Feldvorteile, doch Torchancen blieben Mangelware.

Nach Wiederanpfiff nutzten der junge Lauth und Borimirow Fehler des schwachen Rehmer zu guten Chancen, aber ein weiteres Gegentor blieb Hertha erspart. Danach durfte Luizao (für Preetz) auflaufen, doch viel sah man vom brasilianischen Weltmeister in der Folgezeit nicht. Aufregung gab es nur noch bei einem Tor von Karwan – doch Herthas Pole stand klar im Abseits.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben