Sport : Im zweiten Versuch

Deutschlands Hockeyfrauen schaffen die Olympiaqualifikation

Stefan Hermanns

Auckland/Berlin . Natascha Keller hat in den vergangenen Nächten nicht besonders gut geschlafen. Das lag an der Nervosität. In der Nacht auf Dienstag erwartete die deutsche Hockey-Nationalspielerin vom Berliner HC eine wichtige Nachricht aus Neuseeland. Dort bestreitet die Nationalmannschaft gerade das Qualifikationsturnier für Olympia, Keller aber, eigentlich Stammkraft, fehlt wegen einer Entzündung am Fuß. Am Dienstag spielte Deutschland gegen die Iren, ein Sieg, und die Qualifikation wäre geschafft gewesen. „Wir machen’s noch mal spannend“, stand in der SMS, die Nationalspielerin Britta von Livonius gleich nach dem Schlusspfiff an ihre Klubkollegin losgeschickt hatte. Gestern morgen dann kam per Kurzmitteilung die erhoffte Nachricht: „Wir haben’s geschafft.“ Durch ein 1:1 gegen Gastgeber Neuseeland hat sich das deutsche Team in Auckland die Teilnahme an Olympia an Athen gesichert.

„Am Ende war es brutal“, sagte Bundestrainer Markus Weise. Wieder einmal hatte seine Mannschaft keine Strafecke verwandeln können. Heike Lätzsch brachte ihre Mannschaft eine Minute vor der Pause aus dem Spiel heraus in Führung, eine Viertelstunde vor Schluss glichen die Neuseeländerinnen jedoch aus. „Da gab es noch jede Menge Aufregung“, sagte Weise. Als der Gegner dann aber seine Deckung umstellte und damit seine Zufriedenheit mit dem Ergebnis signalisierte, „habe ich auch meinem Team zu vermitteln versucht, dass es jetzt nichts mehr zu riskieren braucht“, berichtete der Bundestrainer. Das Unentschieden reichte beiden Mannschaften zum Einzug ins Halbfinale, in dem die Deutschen als Zweiter der Gruppe A am Freitag auf Japan, den Sieger der Gruppe B, treffen (8 Uhr, MEZ). Vorbei ist das Turnier mit der erfolgreichen Qualifikation allerdings noch nicht: Die Abschlussplatzierung in Auckland entscheidet auch über die Setzliste bei Olympia.

Mit zwei Siegen zu Beginn und zwei Unentschieden sind die Deutschen ungeschlagen ins Halbfinale eingezogen. „Am Ende war es doch unerwartet knapp“, sagt Natascha Keller. Sie hofft, bis Athen wieder fit zu werden. „Noch habe ich so viel Selbstbewusstsein, dass ich glaube, dabei zu sein“, sagt sie. Allerdings weiß sie auch, dass die Spielerinnen, die die Qualifikation geschafft haben, einen Bonus besitzen. Und in Neuseeland gehörten dem Kader noch 18 Spielerinnen an. In Athen dürfen es nur 16 sein.

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