Sport : Image geht vor Aufschwung

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Michael Rosentritt über die tatsächliche Stärke des VfL Bochum

Peter Neururer hatte bisher eine einfache Erklärung für den Aufschwung seiner Mannschaft, die derzeit auf den vierten Tabellenplatz der FußballBundesliga steht. Man müsse nur mal in die Kabine zu gehen. Da herrsche eine prima Stimmung, da werde viel gelacht, hatte der Trainer des VfL gesagt.

Nun, entweder hat Neururer sich bisher in der Tür geirrt, oder aber es ist mit der Bochumer Spaßgesellschaft nicht so weit her. Denn in der angeblichen Gute-Laune-Kabine des VfL ist am Samstag Blut geflossen. Blut aus der Nase eines Spielers, nachdem er von einem seiner Kollegen den Kopf ins Gesicht gerammt bekommen hatte.

Fast hätte es die Mannschaft von Neururer fertig gebracht, als die erfolgreichste und symphatischste in die Vereinsgeschichte einzugehen. Die Mannschaft, bei der sich alle so lieb haben, bei der alle Spieler so wenig Geld kosten und trotzdem Spaß haben, spielte einen schönen und erfolgreichen Offensivfußball. Das brachte der Mannschaft aus dem Revier nicht nur viele Punkte, sondern auch Beifall von der Konkurrenz ein. Jetzt schütteln sie nur noch den Kopf über so viel Brutalität. Dass es in einem Gebilde aus 26 oder 28 Menschen unterschiedliche Auffassungen gibt, ist nicht gerade selten. Aber es ist schon recht exklusiv, dass eine Meinungsverschiedenheit zwischen zwei Spielern mit einer gebrochenen Nase im Krankenhaus endet.

Der Verein stand vor der Alternative, sein gutes Image aufs Spiel zu setzen und den ganzen Vorfall zu verharmlosen oder mit Oliseh einen der wichtigsten Garanten für den Aufschwung zu entlassen. Der Verein hat sich gegen Oliseh entschieden. Das ist sympathisch.

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