Sport : Image ist nicht alles

Stefan Hermanns

über die erfolgreiche Arbeit des Trainers Klaus Augenthaler Es ist schon komisch, was Wolfgang Holzhäuser in schweren Zeiten als Signal der Hoffnung verstanden wissen will. Am Tag vor dem fast aussichtslosen Viertelfinal-Rückspiel gegen den FC Liverpool hat der Geschäftsführer von Bayer Leverkusen verkündet, dass Trainer Klaus Augenthaler seinen Vertrag verlängert hat und dies als freudige Nachricht verkauft. So weit ist es mit Bayer also schon gekommen, könnte man sagen – wenn man all den Klischees glaubt, die über Augenthaler im Umlauf sind.

Dem Klischee, dass er eben ein etwas dumpfer Oberbayer ist. Dass er dem Weißbier über das gesunde Maß hinaus zuspricht, wie ihm einst Nürnbergs Präsident Michael A. Roth unterstellt hat, der bekanntlich seriöseste aller Fußballfunktionäre. Und dass jemand, der auf der Trainerbank ein Nickerchen einlegt, seinen Beruf wohl nicht besonders ernst nehmen kann. Klaus Augenthaler wird es wohl bis an sein Lebensende nicht mehr schaffen, diese Legende zu widerlegen.

Vermutlich ist es ihm inzwischen auch ziemlich egal, weil Augenthaler – gewissermaßen wider sein Image – ein erfolgreicher Trainer geworden ist. Er ist mit Nürnberg in die Bundesliga aufgestiegen, hat es mit den gerade dem Abstieg entronnenen Leverkusenern umgehend in die Champions League geschafft und den Verein trotz beschränkter finanzieller Möglichkeiten wieder in der nationalen Spitze etabliert. Augenthaler, früher selbst ein eher rustikaler Spieler, hat eine sehr moderne Auffassung vom Fußball, was ihm zumindest bei Experten eine gewisse Wertschätzung eingebracht hat. Ihm selbst aber ist vermutlich auch das ziemlich egal.

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