• Immer noch Respekt: 15 Nationaltrainer trauen Deutschen erfolgreiche Titelverteidigung zu

Sport : Immer noch Respekt: 15 Nationaltrainer trauen Deutschen erfolgreiche Titelverteidigung zu

Der Mythos von der Turniermannschaft Deutschland lebt: Ungeachtet ihrer sportlichen Krise steht die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) bei der Konkurrenz weiterhin hoch im Kurs. Gleich zehn der 15 Kollegen von DFB-Teamchef Erich Ribbeck trauen in einer dpa-Umfrage dem Europameister in Belgien und den Niederlanden die erfolgreiche Titelverteidigung zu. Die Favoritenbürde aber muss die in diesem Jahr noch sieglose deutsche Elf nicht tragen: Weltmeister Frankreich und Gastgeber Niederlande sind die meistgenannten Endspiel-Anwärter, gefolgt von Spanien.

Bei den deutschen Vorrundengegnern Rumänien, England und Portugal ist man einhellig der Meinung, dass auch die DFB-Auswahl ganz weit kommen kann. "Deutschland weiß sich während eines Turniers stets zu steigern. Sie können auch mal schlecht spielen und trotzdem gewinnen", zählt Rumäniens Trainer Emerich Jenei, am 12. Juni in Lüttich Auftaktgegner der DFB-Auswahl, die Stärken des Titelverteidigers auf. "Deutschland ist stark zu beachten", warnt auch Englands Teamchef Kevin Keegan vor dem Aufeinandertreffen am 17. Juni in Charleroi: "Ihr Image als Turniermannschaft ist bekannt und gefürchtet. Wenn sie zu ihrer Geschlossenheit zurückfinden, sind sie schwer zu knacken."

Für Portugals Coach Humberto Coelho stellt der dreimalige Welt- und Europameister, am 20. Juni in Rotterdam letzter Vorrundengegner, ebenfalls noch immer eine Fußball-Macht dar. "In Deutschland wird immer von einer Krise geredet, aber in solchen Situationen steigern sie sich häufig", sagte der 50-Jährige, für den die bisher erzielten Resultate der Ribbeck-Elf nur Makulatur sind: "Man darf nie vergessen, dass man das Deutschland einer Qualifikation niemals mit dem Deutschland einer Endrunde vergleichen kann."

Auch Dino Zoff (Italien), Roger Lemerre (Frankreich), Jozef Chovanec (Tschechien), Robert Waseige (Belgien), Srecko Katanec(Slowenien), Tommy Söderberg (Schweden) und Spaniens Coach Jose Antonio Camacho trauen der deutschen Mannschaft große Taten zu. Nur Ribbeck selbst erklärt seine Farben zum Außenseiter. "Ich finde es fast lächerlich, zumindest unangemessen, wenn wir sagen, dass wir den Titel verteidigen", so der Teamchef, für den das Rennen ziemlich offen ist: "Es können mehrere Mannschaften den Titel holen. Zum engeren Favoritenkreis zählen sicher Holland, Frankreich und Spanien." Mit dieser Einschätzung liegt er im Trend, und die Favoriten machen keinen Hehl aus ihren Titelambitionen. "Die hohen Erwartungen an unsere Mannschaft zeigen, dass wir offensichtlich für jeden über das Potenzial verfügen", kommentierte beispielsweise Hollands Frank Rijkaard die Favoritenbürde.

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