Sport : Immer weiter in die Krise

Gladbach – Kaiserslautern 3:0

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Mönchengladbach. Mit einem schmerzverzerrten Lächeln betrat Andreas Brehme den Presseraum. Für den 1. FC Kaiserslautern war mit dem 0:3 bei Borussia Mönchengladbach gerade eine unangenehme Woche zu Ende gegangen. Nur dreieinhalb seiner Fußballer (Torwart Tim Wiese, Harry Koch, Alexander Knavs und ein bisschen Torsten Reuter) entgingen dem Zorn des Teamchefs, alle anderen traf er voll. „Es kann doch nicht sein, dass sieben Spieler Totalausfälle sind." Kann eben doch sein.

Möglich macht es das Lauterer Chaos dieser Tage auch, dass Brehme das ganze Spiel über auf seinem Stühlchen so gut wie keinen Ton hervorbrachte. Die Lustlosigkeit eines Mario Basler hatte Brehme schon zur Halbzeit aller Worte beraubt. „Ich hätte zu dem Zeitpunkt auch fünf andere auswechseln können", sagte Brehme später. Dass der für Basler nach 38 Minuten ins Spiel genommene Ratinho allerdings den entscheidenden Patzer zum 3:0 durch den zweifachen Torschützen Joris van Hout beging – es passt ins unglückliche Bild, das der Weltmeister von 1990 im Moment abgibt. „Er ist nur noch ein Schatten seiner selbst", stöhnt der scheidende Vorstandschef und Brehme-Befürworter Jürgen Friedrich. Es wird immer wahrscheinlicher, dass auch Andreas Brehme schon bald aus der Pfalz scheiden wird. Heute, wenn der Aufsichtsrat des FCK im Schweizer Unternehmensberater René C. Jäggi den auserkorenen Friedrich-Nachfolger trifft, will er ernste Worte mit der Mannschaft sprechen. Ob seine Worte für die Spieler noch die richtigen sind? „Ich denke schon", sagte Nationalstürmer Miroslav Klose leise. Und schaut dabei unheimlich ernst drein. amo

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