Sport : Immer weniger Top-Biathleten auf Schalke

Andreas Morbach

Gelsenkirchen - Sicher ist Magdalena Neuner sich nicht, für das Sortieren von Anfragen hat die sechsmalige Weltmeisterin schließlich einen Manager. Aber auch ohne bei ihm nachzuforschen, ahnt die 22-Jährige, dass das Werben der Schalker Biathlon-Organisatoren um sie mittlerweile zum Erliegen gekommen sein dürfte. „Ich glaube, diesmal haben sie mich nicht mehr gefragt“, murmelt Neuner fast ein wenig belustigt, beteuert jedoch: „In den Jahren vorher aber schon.“

Da hatte bei den Organisatoren des Gelsenkirchener Wintersport-Theaters (18.10 Uhr/ live in der ARD) die Hoffnung, Neuner doch noch einmal ins Revier locken zu können, noch nicht den Nullpunkt erreicht. Ein einziges Mal fand die Skijägerin aus Oberbayern den Weg auf das mit Kunstschnee überschüttete Berger Feld. Das war am 30. Dezember 2006. Sechs Tage später startete Neuner in Oberhof mit dem ersten Weltcupsieg ihren rasanten Aufstieg im Biathlon – und ward seither in der Schalker Fußballarena nicht mehr gesehen. „Die Gefahr für die Gesundheit ist dort sehr hoch“, sagt Neuner und erklärt: „Man steht da unten, läuft zwischendurch immer eine Runde. Unten in der Arena zieht es unheimlich. Sehr viele werden danach krank, ich war es auch.“

Die eigenwillige Gelsenkirchener Biathlon-Variante mit gemischten Staffeln geht heute Abend in ihre achte Runde – und offensichtlich fällt es Organisator Herbert Fritzenwenger dabei immer schwerer, das Starterfeld für seine World Team Challenge zu füllen. Wie im Vorjahr ist das ursprüngliche Dutzend an Paaren auf zehn Duos zusammen geschmolzen. Von der Rekordzahl deutscher Starter (zwölf im Jahr 2006) sind vier übrig geblieben. Simone Hauswald bildet mit Michael Greis das einzige deutsch-deutsche Duo. Andreas Morbach

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