Sport : Immer wieder Randale in der Oberliga

Zwickauer Fans schießen Leuchtraketen in den Block der Chemnitzer – der Vereinspräsident tritt zurück

Lars Spannagel

Berlin - Leuchtraketen, Kanonenschläge, Nebeltöpfe: Beim Oberligaspiel des Chemnitzer FC beim FSV Zwickau am Samstag randalierten Fans beider Mannschaften. In der 70. Minute erzielte Zwickau das 1:1, daraufhin schossen Zwickauer Zuschauer Leuchtraketen in den Gästeblock. Schiedsrichter Oliver Mattig schickte beide Mannschaften für 15 Minuten in die Kabine, ehe das Spiel nach Absprache mit der Polizei fortgesetzt und zu Ende gebracht wurde.

Nach dem Spiel trat Zwickaus Präsident Volker Seifert von seinem Amt zurück. Seifert war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

„Zwickau stehen schwere Zeiten bevor“, sagte Werner Georg, der Spielleiter der Südstaffel der Oberliga Nordost. Bis der Bericht des Schiedsrichters vorliegt, will sich Georg aber nicht zu möglichen Strafen äußern. „Man muss sich allerdings fragen, wie die Raketen ins Stadion gekommen sind.“ Bei den Gästefans fanden Ordner bei der Einlasskontrolle Feuerwerkskörper, bereits am Abend vor dem Spiel war das Westsachsenstadion mit Spürhunden abgesucht worden.

In der 50. Minute hatte der Schiedsrichter das Spiel vor 2931 Zuschauern unterbrochen, weil Chemnitzer Fans Kanonenschläge und Nebeltöpfe gezündet hatten. Zu diesem Zeitpunkt führte Chemnitz mit 1:0. Die Situation eskalierte, als Zwickau den Ausgleich erzielte. „Nach dem 1:1 sind die Zwickauer Zuschauer richtig ausgeflippt“, sagte Bernd Stumpf, der das Spiel als Aufsicht des Nordostdeutschen Fußballverbands (NOFV) verfolgte. Raketen flogen in den Gästeblock, daraufhin beschimpften die rund 1000 Chemnitzer die Heimzuschauer. Die Polizei drängte die Chemnitzer zurück – unter anderem mit Pfefferspray. Nach dem Wiederanpfiff „haben Zwickauer Fans dunkelhäutige Chemnitzer Spieler massiv mit Affenlauten verhöhnt“, sagte Stumpf. Bereits am Freitag hatte es bei einem anderem Oberligaspiel der Staffel Süd Ausschreitungen gegeben. Anhänger des FC Sachsen Leipzig warfen nach einem Spiel in Plauen Flaschen auf Polizisten, fünf Beamte wurden verletzt, sieben Personen festgenommen.

Der Sportgericht des NOFV wird jetzt entscheiden, ob und wie es Zwickau bestraft. Der Spielbericht auf der Homepage des FSV Zwickau rechnet mit einer „drastischen Strafe“. Der Bericht endet mit dem Satz: „Wenn sich nicht in naher Zukunft Verein, Stadt und Fans zusammenraufen, wird es in absehbarer Zeit keinen Fußball in Zwickau mehr geben.“

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