Sport : Immer wieder sonntags

Hertha BSC ärgert sich über die Spieltermine

Stefan Hermanns

Berlin - Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) hat Herthas Manager Dieter Hoeneß zum Jahreswechsel gleich doppelt verärgert. Zum einen mit der Terminierung für die Spieltage 22 bis 27 dieser Bundesligasaison. Zum anderen mit ihrem angeblich konspirativen Vorgehen. Die Ansetzungen wurden am 28. Dezember, mitten im Weihnachtsurlaub, bekannt gegeben. „Das ist ein bisschen eigenartig, dass uns die Termine kommentarlos überreicht werden, wenn in der Regel niemand im Büro ist“, sagt Hoeneß.

Hauptgrund für den Ärger aber ist, dass die Berliner an den nächsten zehn Spieltagen fünfmal am unbeliebten Sonntag antreten müssen: zu Hause gegen Bayern (30. Januar) und Kaiserslautern (6. März), auswärts in Bochum (23. Januar), Stuttgart (20. Februar) und Dortmund (3. April). „Wir sind damit nicht einverstanden“, sagt Dieter Hoeneß. „Da werden wir noch mal intervenieren.“

Aussichten auf Erfolg hat eine Intervention allerdings wohl nicht. DFL-Sprecher Tom Bender sagt, dass feststehende Termine „grundsätzlich nicht“ mehr verlegt werden, auch wenn Hoeneß dies angesichts der langfristigen Planung durchaus für möglich hält. „Ich kann Dieter Hoeneß ja verstehen“, sagt Bender. „Aber wir müssen auch versuchen jeden gleich zu behandeln.“ Zwar ist die Häufung der Sonntagsspiele für Hertha in der Rückrunde offenkundig, dafür haben die Berliner in der Vorrunde nur zweimal sonntags antreten müssen. Mit insgesamt sieben Sonntagsspielen liegen sie genau im Ligaschnitt. „Wir bemühen uns um Ausgewogenheit“, sagt Bender.

Obwohl die Sonntagsspiele der DFL höhere Fernseheinnahmen bescheren, ist der Termin bei den Klubs nicht besonders beliebt. Der Zuschauerzuspruch fällt in der Regel geringer aus. Das betrifft auch Hertha. „Berlin liegt nun mal ziemlich am Rand“, sagt Hoeneß. Vor einigen Jahren hat die DFL daher ihre Absicht erklärt, sonntags nur Klubs spielen zu lassen, die weniger als 300 Kilometer voneinander entfernt beheimatet sind. „Wir versuchen das “, sagt Bender. „Aber leider ist es nicht machbar.“ Selbst Hoeneß gibt zu, dass der Spielplan „ein kleines logistisches Meisterwerk“ ist. In ihn fließen viele Vorgaben ein, unter anderem von der Polizei. Schon deshalb wird die DFL den Berlinern nicht zusichern, dass sie nach dem 27. Spieltag nicht mehr sonntags spielen müssen. Tom Bender sagt: „Versprechen werde ich nur, was ich auch halten kann.“

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