Sport : In 10,14 Sekunden nach Moskau Reus erfüllt WM-Norm bei Leichtathletik-DM

Ulm - Die deutschen Leichtathleten haben sich bei den nationalen Meisterschaften in Ulm noch nicht in WM-Form präsentiert. Topleistungen blieben rar, nur einen weiteren Normerfüller für die WM in fünf Wochen in Moskau gab es am Samstag: den Sprinter Julian Reus. Weitsprung-Europameister Sebastian Bayer hingen verpasste die WM-Norm. Bisher haben 44 Athleten die WM-Tickets in der Tasche. Der DLV hofft, rund 70 Sportler nach Russland zu entsenden.

Die deutschen Sprinter machten zur rechten Zeit einen Leistungsschub. Der Wattenscheider Julian Reus nutzte Sonnenschein und etwas Rückenwind, um den Moskau-Richtwert in 10,14 Sekunden um eine Hundertstelsekunde zu unterbieten und seinen ersten Titel zu gewinnen. Ex-Europameisterin Verena Sailer sprintete bei den Frauen in starken 11,09 Sekunden zum siebten Mal als Meisterin durchs Ziel.

Bitter endete der Auftritt von Sebastian Bayer in Ulm. Der 27 Jahre alte Hamburger verfehlte mit 8,04 Meter die WM-Norm um 16 Zentimeter und belegte hinter Alyn Camara Platz zwei. Camara sicherte sich mit dem letzten Sprung und 8,15 Meter seinen ersten Titel. Dritter wurde Ex-Europameister Christian Reif (7,90), der die WM-Fahrkarte wie Camara bereits sicher hatte. Bayer will noch zwei Anläufe auf die WM-Norm nehmen. „Ich werde wie geplant noch meine beiden Wettkämpfe im Juli bestreiten, dann sehen, wofür es reicht“, sagte er.

Vizeweltmeisterin Betty Heidler lieferte zwar mit dem neunten Titelgewinn in Serie einen weiteren Beweis ihrer nationalen Unantastbarkeit, doch mit der Siegesweite von 73,93 Meter war sie nicht zufrieden. „Das ist eine Sache, auf die ich stolz sein kann und auf die ich stolz bin“, sagte die 29-Jährige, schränkte aber ein: „Ich bin konstant, aber noch zu wenig konstant, was die Weite angeht.“ Einen Dämpfer bekam im Stabhochsprung die sechsmalige deutsche Meisterin Silke Spiegelburg. Mit 4,50 Meter wurde sie nur Zweite hinter Martina Strutz (Neubrandenburg/4,65), die nach 2011 wieder siegreich war. dpa

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