Sport : In 89 Zeilen durch die Woche

Mehr als eintausend Veranstaltungen gibt es beim Turnfest – so könnte eine spannende Zeit aussehen

Christian Hönicke,Friedhard Teuffel

Turnfestteilnehmer können es schnell mit der Angst zu tun bekommen – mit der Angst, etwas zu verpassen. Eintausend Veranstaltungen gibt es bis nächsten Freitag, das Programm ist 220 Seiten dick. Was also tun und was lassen? Unsere Auswahl für eine abwechslungsreiche Zeit.

Der Samstag sollte langsam und spät beginnen, denn er kann lang werden. Von 15 Uhr an könnte man sich zwischen Siegessäule und Brandenburger Tor einfinden. Wo bis 2003 noch die Love Parade durch den Tiergarten zog, findet von 17.30 Uhr an die Parade des Turnens mit Musik und Artistik statt. Wer es feierlich und offiziell mag, kann sich von 21.30 Uhr an die Eröffnungsworte von Bundespräsident Horst Köhler vor dem Brandenburger Tor anhören. Danach geht es dort weiter mit der Turnfestparty.

Zum Warmmachen helfen am Sonntag die Mitmachangebote, die von zehn Uhr an in der ganzen Stadt zu finden sind, etwa vor dem Roten Rathaus, im Monbijoupark, am Potsdamer Platz oder am Breitscheidplatz. Mit den dort erworbenen Pins gibt man sich auch gleich als aktiver Turnfestteilnehmer zu erkennen. Körper, Geist und Seele lassen sich beim ökumenischen Gottesdienst um 15 Uhr im Berliner Dom miteinander verbinden. Den Abend könnte man einer traditionsreichen Disziplin widmen – dem Rhönradturnen, das um 19 Uhr seine Deutschen Meister in der Messe ermittelt.

Montag ist Potsdam-Tag, mit Sportangeboten zwischen 10 und 17 Uhr im Lustgarten in der Breiten Straße, von Ballspielen bis Tai Chi. Den Tag könnte man um 18 Uhr im Filmpark Babelsberg ausklingen lassen – bei den „Turnern in Action“.

Für Dienstag bietet sich das Messegelände an mit seinen Informationsständen über die Trends des Turnens, Wellness und Gesundheit sowie die Arbeit von Vereinen und Verbänden. Von dort ist es auch nur ein kurzer Weg bis ins ICC, wo um 17 Uhr das Finale der deutschen Meisterschaften im Trampolinturnen mit Olympiasiegerin Anna Dogonadze beginnt. Dafür sind allerdings ebenso schon alle Karten verkauft wie für die drei Turnfest-Galas in der Deutschlandhalle und das ZDF-Prominententurnen um 20.15 Uhr im Velodrom. Ausweichen kann man auf den Schloßplatz. Hier wird jeden Abend ein buntes Programm geboten.

Etwas zum Nachdenken am Mittwoch: Professor Wolf-Dietrich Brettschneider erzählt um 9.30 Uhr im ICC, wie fit Europas Kinder wirklich sind. Danach sollte unbedingt wieder selber Sport gemacht werden, allein schon, um das Gewissen zu beruhigen, zum Beispiel in einer der Messehallen. Der Ehrgeiz lässt sich mit dem Erwerb eines Sportabzeichens befriedigen. Um 18 Uhr beginnt in der Max-Schmeling-Halle die deutsche Meisterschaft in der Rhythmischen Sportgymnastik.

Wer es bis dahin noch nicht geschafft hat, kann sich am Donnerstag beim Turnspielparcours am Fernsehturm mit Ball, Ring oder Indiaca austoben. Donnerstag ist auch Spitzensporttag, denn im Velodrom findet das Meisterschaftsfinale im Geräteturnen statt: um 14 Uhr der erste Teil, um 19 Uhr der zweite mit Fabian Hambüchen am Reck.

Am letzten Tag muss noch schnell alles nachgeholt werden, was man bis dahin verpasst hat, etwa den Besuch eines Workshops der Turnfest-Akademie, eine Veranstaltung der Turnjugend oder für die Generation 50 plus. Bei der „Show der Meister“ treten um 15 Uhr noch einmal die besten Athleten der Turnfestwoche auf. Die Stadiongala um 20 Uhr im Olympiastadion ist ein schöner Abschluss einer erlebnisreichen Woche.

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