Sport : In aller Feindschaft

Alba und Bamberg sind sich tief abgeneigt. Nun heizen die Berliner den Fans ein

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Bereit für den Kampf. Albas Fans sind aufgefordert, Plakate mit zum Spiel gegen Bamberg zu bringen.  Foto: dapd
Bereit für den Kampf. Albas Fans sind aufgefordert, Plakate mit zum Spiel gegen Bamberg zu bringen.  Foto: dapdFoto: dapd

Berlin - 70, 51, 2:3 – man könnte das Spiel auf die Zahlen reduzieren. Damit würde man ihm aber nicht gerecht. Am Sonntag treffen Alba Berlins Basketballer in der Arena am Ostbahnhof (17 Uhr, live auf Sport1) auf den zweimaligen Double-Gewinner Baskets Bamberg. Es ist das 70. Aufeinandertreffen der Rivalen, Alba liegt im ewigen Vergleich 45:24 vorne. Zuletzt entschieden die Bamberger die wichtigen Spiele für sich: wie beim 103:52-Heimsieg vor einem knappen Jahr, der höchsten Niederlage der Berliner Klubgeschichte. Viele fränkische Fans werden morgen eine große weiße 51 auf ihren roten T-Shirts tragen, als Erinnerung an die Punktedifferenz jenes Spiels. In der Finalserie um die Meisterschaft war Alba trotzdem kurz davor, den Titelverteidiger zu stürzen, verlor am Ende aber knapp 2:3.

Die beiden Klubs verbindet eine innige Abneigung. Berliner Fans bezeichnen die Bamberger als „Bauern“,die Franken brüsten sich nach Siegen als „Alba-Killer“. Günter Kolb, Vorsitzender des Bamberger Fanklubs, spricht von einer „gesunden Rivalität“. Er kann sich noch an die „Heulsuse Pesic“-Gesänge erinnern, die Bambergs Fans Alba-Profi Marko Pesic vor Jahren entgegenbrüllten. Zuletzt war Sven Schultze Ziel der Pfiffe. „Es ist schade, ich bin in Bamberg aufgewachsen, habe dort trainiert und gespielt“, sagt Schultze. „Die suchen sich immer ihre Feindbilder und brauchen das anscheinend.“ Der 33-Jährige wurde selbst nach dem verlorenen Finale ausgepfiffen: „Wenn man die Medaille umgehängt bekommt und die Leute buhen immer noch, fragt man sich, was in manchen Köpfen vorgeht.“

Auch die Alba-Fans sind gegen Bamberg wenig zimperlich. Das könnte morgen auch Rückkehrer Julius Jenkins spüren. Alba hat seine Fans aufgerufen, Plakate mit zum Spiel zu bringen, die den Charakter als Hauptstadtklub – natürlich im Gegensatz zum Kleinstadtklub Bamberg – betonen. Seit Jahren wird im Berliner Fanblock ein wenig geschmackvolles und gegen den Hauptsponsor der Bamberger gerichtetes Banner in die Höhe gereckt: „Gib Brose keine Chance.“ Vor dem Spiel wird ein Filmchen über den Videowürfel laufen, in dem Heiko Schaffartzik sagt: „Ich will Bamberg heute unbedingt schlagen.“ Nach einer dramatischen Pause fährt Albas Aufbauspieler fort: „Weil ich die einfach... nicht ...mag!“

Ob zusätzliches Anheizen der Fans gegen die in der Liga ungeschlagenen Bamberger hilft, bleibt abzuwarten. Immerhin besiegten die Baskets am Donnerstag den europäischen Champion Panathinaikos Athen in der Europaliga mit 79:76. Aber auch das ist eine Zahl, die wegen der Emotionen in den Hintergrund rückt.

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