• „In Berlin ist alles überschaubar“ Vier Fragen an den Chef des Olympiastadions

Sport : „In Berlin ist alles überschaubar“ Vier Fragen an den Chef des Olympiastadions

-

Herr von Löbbecke, was passiert bei einem Bombenalarm im Berliner Olympiastadion?

Also, zunächst mal haben wir bei uns im Land ja keine ETA…

…aber vielleicht Trittbrettfahrer, oder?

Sicher. Aber das Olympiastadion zu räumen, wäre kein Problem. Es ist ein relativ offenes Stadion, bei dem die Ränge nicht so steil sind wie etwa im Dortmunder Westfalenstadion. Bei uns gibt es viele Ausgänge, dazu ein Tunnelsystem, wir haben Grünflächen und Plätze drumherum – alles sehr überschaubar.

Also haben Sie keine Angst, auch nicht im Hinblick auf die WM 2006?

Dass in Leipzig mal ein herrenloser Koffer auf dem Bahnhof herumsteht oder hier bei uns, lässt sich nicht vermeiden. Aber die Sorge wird durch Vorsorge gemindert. Wir haben am Olympiastadion eine Sicherheitsleitstelle, die ist 24 Stunden am Tag besetzt. Von dort aus werden nachts auch Kontrollgänge gemacht, das Stadion ist zudem kameraüberwacht.

Wenn doch der Ernstfall eintritt: Wie schnell ließe sich ein mit 76 000 Zuschauern gefülltes Olympiastadion räumen?

Es gibt da keine konkreten Erfahrungswerte. Aber als ich mal sehr frühzeitig ins Stadion gekommen bin, da habe ich mich gewundert und mir gesagt: ,Mann, ist das noch leer hier.’ Das lag aber nur daran, dass Fußballfans vor dem Spiel gerne noch ein Bier trinken. Und innerhalb der letzten Viertelstunde vor Spielbeginn wurde das Stadion dann voll. Ich denke, länger würde es auch nicht dauern, das Olympiastadion leer zu bekommen.

Das Gespräch führte Karsten Doneck

Peter von Löbbecke (61) ist seit dem 1. September 2004 als Geschäftsführer der Olympiastadion Berlin GmbH tätig. Er war zuvor Geschäftsführer einer Frankfurter Kommunikationsagentur.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben