In Budapest : Randale bei Hertha-Testspiel

Beim 2:0-Sieg der Berliner gegen den ungarischen Erstligaaufsteiger Ferencvaros Budapest kam es zu Ausschreitungen durch ungarische Hooligans.

Sven Goldmann[Budapest]
Hertha
Harte Auseinandersetzung Beim Testspiel gegen Budapest bekämpften sich nicht nur Herthas Cicero (rechts) und Matthew Lowton.Foto: dpa

Die Herren trugen das Haar kurz und die Haut mit bunten Mustern bemalt. Es war heiß in Budapest, was in Verbindung mit reichlich Bier keine friedensstiftende Wirkung auf die vielleicht 50 ungarischen Hooligans hatte. Eine halbe Stunde vor dem Testspiel von Hertha BSC bei Ferencvaros Budapest ging die Randale plötzlich los. Einer warf die erste Flasche, es folgten weitere, und dann machten die Budapester Jagd auf die Hertha-Fans. Zwei, drei Minuten dauerte der Spuk im Eingangsbereich des Florian-Albert-Stadions. Der Berliner Mannschaftsarzt musste einem verletzten Fan eine Wunde am Auge tackern. Ein weiterer Anhänger verletzte  sich am Finger.

Mehr passierte nicht, obwohl die Hooligans weiter ihre Muskeln spielen ließen und zwischenzeitlich auch auf der Pressetribüne vorbeischauten, unbehelligt vom Ordnungspersonal, das sich in die Katakomben des Stadions zurückgezogen hatte. Herthas Manager Michael Preetz mahnte zum schnellen Aufbruch zurück ins burgenländische Stegersbach, wo sich der Berliner Fußball-Bundesligist noch bis zum Ende dieser Woche auf die neue Saison vorbereitet.

Den Test gegen den ungarischen Erstligaaufsteiger gewann Hertha leicht und locker mit 2:0, obwohl die Beine doch noch schwer waren von Lucien Favres Training am Dienstagvormittag vor der Abreise nach Budapest. Der Schweizer Trainer hatte seinen am Knie verletzten Kapitän Arne Friedrich in Stegersbach gelassen. Für ihn versuchte sich Fabian Lustenberger in der Innenverteidigung.

Über den Erfolg dieses Experiments lässt sich wenig sagen, weil Ferencvaros auf dem Platz längst nicht so furchteinflößend auftrat wie die Hooligans auf den Rängen. Beide Tore fielen per Kopfball nach Ecken von Raffael. Das erste Mal verwandelte Cicero (16. Minute), das zweite Mal Gojko Kacar (24.). Das ist vielleicht ein gutes, auf jeden Fall ein bemerkenswertes Zeichen. Denn in der vergangenen Saison war in der Bundesliga kaum eine Mannschaft so schwach bei Standardsituationen wie Hertha BSC.

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