Sport : In einer Tour

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Luxemburg. Lance Armstrong hat die 89. Tour de France so begonnen, wie er die letzten drei Frankreich-Rundfahrten beendet hatte: im Gelben Trikot. Der hohe Favorit aus Texas gewann in Luxemburg in eindrucksvoller Manier den Prolog über sieben Kilometer, zwei Sekunden vor dem Franzosen Laurent Jalabert und drei Sekunden vor dem Litauer Raimondas Rumsas.

Der Amerikaner, der bereits bei seinem Comeback nach dem Sieg über den Krebs 1999 den Tour-Auftakt gewonnen hatte, demonstrierte vor allem seinen spanischen Herausforderern Igor Gonzalez Galdeano (Achter) und Joseba Beloki (Neunter) seine Stärke nach dem Motto: Ich bin der Chef, damit das klar ist.

Prolog in Luxemburg – da werden Erinnerungen an die Kuriosität von 1989 wach. Vor 13 Jahren hatte Pedro Delgado als Tour-Sieger des vorangegangenen Jahres und letzter Teilnehmer seinen Start um 2:38 Minuten verpasst. Eine Panne, die einem Perfektionisten wie Lance Armstrong natürlich nicht passiert. „Das Wetter war gut, der Kurs war technisch anspruchsvoll, hügelig, sogar Kopfsteinpflaster. Es hat Spaß gemacht“, sagte der Sieger, schlüpfte ins Gelbe Trikot, das er aber auf den nächsten Flachetappen nicht zu verteidigen gedenke: „Ich warte auf das Mannschaftszeitfahren und die Berge.“ Beim Aufwärmen war seine Familie dabei, seine Frau, sein Sohn Luc und die Zwillinge. „Meine Familie ist meine Motivation.“

Nach all der Aufregung in den letzten Tagen um Jan Ullrich waren dessen Teamkameraden froh, dass es endlich losging „und wir uns nun nur noch auf die Tour konzentrieren können“, sagte Sportdirektor Rudy Pevenage erleichtert. Der aktuelle Kapitän und Hoffnungsträger des Teams radelt jetzt in den Mittelpunkt des deutschen Radsport-Interesses: Erik Zabel. Zeitfahren ist nicht die Disziplin des Sprinters. Als vorletzter Starter wurde der Weltranglistenerste aber nicht vom eine Minute nach ihm von der Rampe gerollten Armstrong eingeholt. Der Spitzenmann der Telekom kämpfte sich unter den 189 Fahrern immerhin auf den 43. Platz, mit einem Rückstand von 25 Sekunden.

Heute ist Zabel-Tag: Seinen 32. Geburtstag möchte der sechsmalige Gewinner des Grünen Trikots natürlich am liebsten mit einem Sieg auf der ersten Etappe Luxemburg – Luxemburg über 192,5 km feiern. Sein Team fährt für ihn. Hartmut Scherzer

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