Sport : In fremder Hand

Nach der 0:3-Niederlage bei Hansa Rostock kann sich 1860 München nicht mehr aus eigener Kraft vor dem Abstieg retten

Kerstin Hebeler

Rostock. Als in der 82. Minute schon wieder ein Tor für Hansa Rostock fiel – der 3:0- Endstand durch Razundara Tjikuzu – hatten die Fans eine Idee, um den Abend noch schöner zu gestalten. „Freibier für alle!“, forderten die Anhänger von Hansa. Die Spieler von 1860 München hingegen sanken nach dem Schlusspfiff auf den Rasen und ließen die Köpfe hängen. Während die Rostock sogar noch Chancen haben, den UI-Cup zu erreichen, können die Münchner den Klassenerhalt nicht mehr aus eigener Kraft schaffen.

Einen Sieg, zumindest aber ein Unentschieden hätten sie benötigt, um den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze zu halten. Nach der insgesamt verdienten Niederlage gegen Rostock fehlen ihnen zwei Spieltage vor Schluss jedoch vier Punkte zum rettenden 15. Platz.

Die Münchener hatten den starken Hanseaten nur in der ersten Hälfte etwas entgegenzusetzen. Rostock begann offensiv und aggressiv, 1860 hielt zunächst dagegen. So fiel das 1:0 in der 15. Minute durch Martin Max überraschend. Zwar hatten die Münchner danach noch die eine oder andere Chance, doch sie erweckten zu keiner Zeit den Anschein, als ob sie das Spiel noch wenden könnten.

Ihr Trainer Gerald Vanenburg hatte vor der Begegnung eine 15-prozentige Steigerung von seiner Mannschaft gefordert: „Ich bin mir sicher, dann packen wir das.“ Nach dem Spiel guckte der Niederländer ein wenig ratlos. „Ich bin sehr enttäuscht. Ich dachte, wir könnten Fußball spielen. Wir hätten noch zwei Tage weiter spielen können und trotzdem kein Tor gemacht.“

Vanenburg lag richtig mit seiner Einschätzung. Nach dem 2:0 durch René Rydlewicz nach einen fragwürdigen Foulelfmeter in der 48. Minute stürmte 1860 zwar immer wieder in Richtung des Rostocker Tores. Doch spätestens am Strafraum verloren die Münchener den Ball – oder sie scheiterten am Rostocker Torhüter Mathias Schober. „Zweite Liga – München ist dabei“, sangen die Hansa-Fans. Was keine allzu großen prophetischen Fähigkeiten erfordert.

„Wir haben noch eine kleine Chance“, sagte Verteidiger Thorben Hoffman. „Wir müssen alles dransetzen, dass wir die nächsten Spiele gewinnen. Dann können wir es noch schaffen.“ Am nächsten Samstag gegen Hertha BSC müssen die Sechziger jedoch Torhüter Michael Hofmann ersetzen, der in Rostock die fünfte Gelbe Karte sah. Am letzten Spieltag sind die Münchner dann auf dem Gladbacher Bökelberg zu Gast. „Wir müssen die nächsten beiden Spiele gewinnen und dann mal gucken, was dabei rauskommt“, sagte Harald Cerny. Wahrscheinlich der vierte Abstieg nach 1970, 1978 und 1981.

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