Sport : In fünf Minuten zum Erfolg

Dortmund dreht das Spiel gegen Freiburg kurz vor der Pause und siegt 5:1.

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Toresblick. Borussia Dortmunds Stürmer Robert Lewandowski verfolgt den Weg seines Kopfballs – ins Tor. Der polnische Nationalspieler erzielte gegen Freiburg seine Saisontreffer Nummer 18 und 19.Foto: AFP
Toresblick. Borussia Dortmunds Stürmer Robert Lewandowski verfolgt den Weg seines Kopfballs – ins Tor. Der polnische...Foto: AFP

Dortmund - Offenbar hat ein eineinhalbjähriger Zuschauer namens Ömer seinem Vater die letzte Motivation gegeben. „Er war das erste Mal im Stadion, und da musste ich einfach Leistung zeigen“, sagte der Dortmunder Profi Nuri Sahin. Der Rückkehrer, der bis Juni 2014 von Real Madrid ausgeliehen ist, war mit zwei Toren und einer Vorlage der gefeierte Mann beim 5:1 (3:1) der Dortmunder Borussia gegen den SC Freiburg. „Es war wichtig, den Knoten endlich mal platzen zu lassen“, sagte der türkische Nationalspieler, der bislang weniger Spielanteile bekommen hatte, als ihm lieb sein konnte.

Bevor das Spiel los ging, setzte die Borussia in einem Spot ein deutliches Zeichen gegen Rassismus und rechtsradikales Gedankengut. Getreu dem Motto der Liedzeile „Borussia verbindet Generationen, Männer und Frauen, alle Nationen“ beginnt der Verein, sich nach den tätlichen Übergriffen auf zwei Fanbeauftragte offensiver gegen die Gewalt von rechts zu positionieren, was von der Kulisse mit großem Applaus begrüßt wurde.

Als der Ball rollte, taten sich die Spieler des BVB zunächst unerwartet schwer. In Abwesenheit von Kapitän Sebastian Kehl (Rippenbruch) und Sven Bender (Grippe) vertraute Trainer Jürgen Klopp erstmalig in der Startformation Ilkay Gündogan und Nuri Sahin auf der Doppelsechs. „Mit diesen beiden sind wir bestimmt ein wenig offensiver aufgestellt“, mutmaßte Klopp, doch davon war erst einmal nichts zu sehen. Im Gegenteil, die Freiburger wirkten wacher und engagierter, folgerichtig erspielten sie sich durch Marco Terrazzino und Johannes Flum die ersten Gelegenheiten. Nach knapp einer halben Stunde ging Freiburg sogar in Führung, und das völlig verdient. Max Kruse hatte im Strafraum alle Zeit der Welt, fand mit seiner präzisen Flanke Jonathan Schmid, der aus kurzer Entfernung das 1:0 erzielte.

Und der BVB? So pomadig hat man die Dortmunder selten erlebt. Und doch drehten die Gastgeber noch vor der Halbzeit das Spiel. Nach einem Freistoß des zuvor unsichtbaren Sahin traf Lewandowski zum Ausgleich, kurz darauf folgte ein Doppelschlag durch Sahin und erneut Lewandowski. Zunächst traf der türkische Nationalspieler nach schöner Vorarbeit von Jakub Blaszczykowski, danach stand der Torjäger im Gewühl goldrichtig. Innerhalb von fünf Minuten hatten die Dortmunder aus dem 0:1 eine 3:1-Führung herausgeschossen. Und Lewandowski baute seine Führung in der Torschützenliste mit seinen Toren 18 und 19 aus.

Die Führung der Dortmunder war schmeichelhaft: Klopps Mannschaft hatte die Geschicke in die gewünschte Richtung gedreht, obwohl sie fast eine Halbzeit lang im Sparmodus aufgetreten war. Den Schwung des Zwischenspurts nahm der BVB mit in die zweite Hälfte und erspielte sich nach der Pause weitere gute Möglichkeiten durch Marco Reus und Nuri Sahin. Die Kräfteverhältnisse waren nun so verteilt, wie das von Beginn an erwartet worden war: Dortmund machte das Spiel, während die Freiburger auf Konter setzen.

Doch der Plan der Gäste ging nicht auf, weil die Dortmunder bis zum Ende griffiger waren. So war es folgerichtig, dass der immer stärker werdende Sahin und der kurz zuvor eingewechselte Leonardo Bittencourt die Treffer vier und fünf erzielten. Der BVB hatte zwar lange gebraucht, um auf Betriebstemperatur zu kommen, doch damit konnte der Meister am Ende gut leben. „Für uns war es am Ende ein perfekter Nachmittag“, sagte Jürgen Klopp, „auch wenn es lange nicht danach ausgesehen hat.“ Felix Meininghaus

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