Sport : In guten Händen

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In unserer Serie widmen wir uns Körperstellen, die für Athleten in ihrer Sportart besondere Bedeutung haben. Heute: das Handgelenk beim Eishockey.

Eishockey wird mit der Hand gespielt. Nicht ausschließlich, aber vor allem. Kann ein Spieler besonders gut mit Schläger und Puck umgehen, dann heißt es: „Er hat gute Hände.“ Viele Profis haben am Karriereende aber keine guten Handgelenke mehr. Und das hat zwei Gründe. Das sensible Gelenk wird in dem schnellen Sport doppelt belastet: Bei Stürzen und bei Schüssen.

Die Hände der Spieler sind zwar durch dicke Handschuhe geschützt, allerdings nützt das bei Stürzen auf das Eis oder beim Aufprall an der Bande manchmal auch nichts. Ein Sturz passiert in Bruchteilen von Sekunden. Wenn sich da ein Spieler falsch abstützt, wird das Handgelenk überbelastet. Stauchungen oder auch Brüche in einem der acht Handwurzelknochen, wie etwa dem Kahnbein, können die Folge sein.

Viele Spieler stabilisieren daher ihr Handgelenk, indem sie es mit Tape umwickeln. Das bringe auch in psychologischer Hinsicht etwas, sagt Thomas Wöhrl, Physiotherapeut beim Eishockeyklub Eisbären Berlin. „Die Spieler fühlen sich so sicherer, haben weniger Angst vor Stürzen.“ Wobei sie die nicht haben sollen: Von früh an lernen angehende Eishockeyprofis das richtige Fallen auf dem Eis. Sie sind somit weniger als ein ausrutschender Normalbürger von einem Handbruch bedroht. „Der Reflex wird eingeübt, etwa so, wie das beim Judo gemacht wird“, sagt Wöhrl.

Weniger gut lässt sich das Handgelenk allerdings vor dem Verschleiß durch eine dem Eishockey eigene Schusstechnik schützen: Dem Handgelenkschuss. Knochen, Knorpel und Sehnen werden dabei überbelastet. Im schlimmsten Fall kann das so weit gehen, dass sich das Gelenk am Karriereende nicht mehr richtig bewegen lässt. Daher ist es für die Profis sinnvoll, bei schmerzendem Handgelenk zu pausieren, um chronischen Entzündungen vorzubeugen. Vorsorge und Nachsorge sind außerdem eine Möglichkeit, um das Gelenk zu schützen. Eine Wärmepackung vor dem Spiel und ein Eisbeutel nach dem Spiel um das Handgelenk gewickelt – das sind beliebte Maßnahmen bei Eishockey-Profis. cv

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