Sport : In letzter Sekunde geht das Glück aus

Wieder kein Auswärtssieg: Der 1. FC Union kassiert in Paderborn spät das 1:1.

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Am Boden. Unions Verteidiger Fabian Schönheim ärgert sich nach dem Schlusspfiff. Foto: dpa
Am Boden. Unions Verteidiger Fabian Schönheim ärgert sich nach dem Schlusspfiff. Foto: dpaFoto: dpa

Paderborn – Nach dem Abpfiff der Zweitligapartie zwischen dem SC Paderborn und dem 1. FC Union gab es an der Mittellinie eine Vollversammlung. Fast alle Spieler der Berliner und ihr Trainer Uwe Neuhaus redeten vergebens auf Schiedsrichter Benjamin Brand ein. Union ärgerte sich doppelt. Zum einen hatten die Köpenicker in der Nachspielzeit durch einen Kopfball des Paderborner Innenverteidigers Christian Strohdiek doch noch den Ausgleich zum 1:1 (1:0)-Endstand kassiert. Zum anderen waren sich alle Gästespieler sicher, dass der dem Ausgleich vorausgehende Eckball nicht regulär zustande gekommen war. „Das war ganz klar Abstoß und keine Ecke. Es ist bitter, wenn man so in letzter Sekunde ein Tor kassiert“, ärgerte sich Angreifer Adam Nemec. „Es war für Paderborn aber schon verdient. Der Gegner hatte sehr viele Möglichkeiten.“

Vor 7590 Zuschauern in der Paderborner Arena hatte Nemec seine Mannschaft nach Vorlage von Kapitän Torsten Mattuschka in der 27. Minute mit einer abgerutschten Flanke mit 1:0 in Führung gebracht. Neben einem Schuss des aufgerückten Verteidigers Fabian Schönheim eine Minute zuvor, den Diego Demme auf der Linie abwehren konnte, war dies allerdings der einzige offensive Lichtblick Unions in der ersten Hälfte. Paderborn bestimmte von Beginn an die Partie und hätte durch Deniz Naki, Daniel Brückner, Deniz Yilmaz und Mahir Saglik durchaus in Führung gehen können. Doch Glück und der glänzende Union-Torwart Daniel Haas konnten dies verhindern.

Der von Unions Trainer Neuhaus eingeforderte unbedingte Wille, endlich wieder ein Auswärtsspiel zu gewinnen, war nicht wirklich zu erkennen. Natürlich zeigten die Berliner kämpferischen Einsatz, aber zu häufig verloren sie die Zweikämpfe dennoch. Daran änderten auch die vier Umstellungen wenig, die Union im Vergleich zur jüngsten 0:3-Niederlage beim FSV Frankfurt vorgenommen hatte.

Haas stand nach überstandener Schulterverletzung wieder für Jan Glinker im Tor. Baris Özbek, der in Frankfurt wegen eines Virusinfekts aussetzen musste, begann für Patrick Zoundi. In der Vierer-Abwehr-Kette bekamen Björn Kopplin und Christian Stuff eine Denkpause. Für sie liefen Marc Pfertzel und Roberto Puncec von Beginn an auf. „Wir wollten mehr Wert auf die Defensive legen, das ist uns nicht immer gelungen. Trotzdem habe ich eine Steigerung festgestellt“, sagte Neuhaus. „Das ist leider zu Lasten unserer Offensive gegangen. Unser Tor war alles andere als gut herausgespielt. Es war ein Glücksschuss.“

Die Berliner zehrten auch in der zweiten Halbzeit lange von ihrem Glück. Yilmaz, Naki, Demme und der eingewechselte Hofmann vergaben jeweils Paderborner Gelegenheiten. Zudem warf sich Haas immer wieder den Angriffen der eigentlich eher heimschwachen Ostwestfalen entgegen. Die Situation spitzte sich jedoch zu, als Unions Linksverteidiger Patrick Kohlmann wegen wiederholten Foulspiels in der 74. Minute Gelb-Rot sah und vom Platz musste. In Überzahl langte es dann am Ende für Paderborn doch noch zum hochverdienten 1:1. „Wir haben zwei Punkte verloren. Der Sieg für meine Mannschaft wäre verdient gewesen“, sagte Paderborns Trainer Stephan Schmidt. „Die Abgeklärtheit hat uns gefehlt. Deshalb bin ich mit dem Ergebnis unzufrieden.“ Matthias Koch

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