Sport : In letzter Sekunde

BVB trifft in der 90. Minute zum 1:1 gegen Bielefeld

Felix Meininghaus

Dortmund - Eine Woche ist es her, dass sich die Führung von Borussia Dortmund demonstrativ hinter den in die Kritik geratenen Trainer Bert van Marwijk gestellt hat. Die Dortmunder Spieler taten gestern wenig, um van Marwijks Position zu stärken. In der Nachspielzeit sicherte Alexander Frei seinem Team vor 74 300 Zuschauern mit einem Elfmetertor das 1:1 (0:0). „Wenn du den Ausgleich in der letzten Sekunde machst, ist das sehr glücklich“, sagte Kapitän Christian Wörns. Die Dortmunder warten damit weiterhin auf den zweiten Heimsieg in dieser Saison. Nur in der ersten Halbzeit schafften sie es, das Spiel nach holprigem Start zu bestimmen. Doch weder Frei noch Valdez oder Smolarek brachten den Ball im Tor unter. „Wir müssen vor dem Tor einfach kaltschnäuziger werden“, bemängelte Torhüter Roman Weidenfeller. Von einer nun wohl wieder verstärkt aufkommenden Diskussion um van Marwijk wollte der Keeper nichts wissen: „Da hat doch der Trainer nichts mit zu tun, wenn wir unsere Chancen nicht reinmachen.“

Van Marwijk ließ wieder mit drei Stürmern spielen. Doch nach dem schwungvollen ersten Durchgang musste der BVB froh sein, nicht in Rückstand geraten zu sein. Artur Wichniarek wuchtete den Ball nach einer Viertelstunde an den Pfosten, Jörg Böhme schob den Nachschuss Weidenfeller in die Arme.

Ohne Schwung ging es in die zweite Halbzeit. Die Bielefelder waren aber bei ihren Entlastungsangriffen mit Zuma und Wichniarek stets gefährlich. Einen dieser Konter schloss Wichniarek in der 68. Minute zur Bielefelder Führung ab, indem er sich gegen Amedick und Degen durchsetzte. Kurz zuvor waren Valdez und Gabriel in der Luft mit den Köpfen zusammengestoßen und wälzten sich auf dem Boden. Trotzdem ließ Schiedsrichter Perl weiterspielen, bis das Tor fiel.

Sein Treffer schien die Entscheidung zu sein, zu unorganisiert waren die Bemühungen des BVB, das Spiel zu drehen. Der Ausgleich war der gütigen Mithilfe Gabriels zu verdanken, der Smolarek in der Nachspielzeit umriss und dafür die Rote Karte sah. Den Strafstoß versenkte Frei. Dennoch bleibt die spielerische Armut ein Thema. „Wir haben wieder mal keine Mittel gefunden“, sagte Wörns, „wir müssen endlich anfangen, Fußball zu spielen.“

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