Sport : In nationalem Auftrag

Stefan Hermanns

über das Debakel der Bremer in Lyon Im Rückblick muss man wohl feststellen, dass die Woche für Werder Bremen auch wesentlich schlimmer hätte verlaufen können. Zum Glück aber hat der Deutsche Meister schon am Samstag bei Bayern München verloren und damit jede realistische Chance auf eine erfolgreiche Titelverteidigung eingebüßt. Die 2:7-Niederlage von Lyon hätte den Bremern sonst im Meisterschaftskampf wohl ganz erheblich aufs Gemüt geschlagen. So aber – egal!

Schön wär’s. Die debakulöse Niederlage in Lyon ist nämlich keineswegs Werders Privatsache. Der Deutsche Meister spielt, um es mal etwas pathetisch auszudrücken, gewissermaßen in höherem Auftrag. Dass Aachen, Stuttgart und Schalke im Uefa-Cup ausscheiden – geschenkt. Aber der Deutsche Meister!? Haben wir uns nicht gerade erst freudig der Illusion hergegeben, dass der deutsche Fußball wieder auf dem Weg nach vorne ist? Und hat nicht ausgerechnet Werder in der vorigen Saison für eine geglückte Symbiose aus fußballerischer Schönheit und Erfolg gestanden? Umso schlimmer ist jetzt die Erkenntnis, dass unser Meister international leider nicht konkurrenzfähig ist.

Welche Auswirkungen die Niederlage für Werder selbst haben wird, ist schwer zu sagen. Ein bisschen schlampiges Genie, unkalkulierbarer Wankelmut, hat immer schon in dieser Mannschaft gesteckt . Auch der Aufstieg in der vorigen Saison hat mit einer peinlichen Niederlage angefangen. 0:4 unterlagen die Bremer im UI-Cup dem SV Pasching. Das folgende Bundesligaspiel gewannen sie dann 3:0 bei Hertha BSC. Am Samstag muss übrigens Mainz 05 bei Werder spielen.

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