Sport : In Rostock wollen die Berliner "zum Angriff blasen" - wohl mit Rehmer

Klaus Rocca

Was soll man da über das Spiel in Rostock sagen, wenn nach der Affäre um Robert Schwan eine Schlagzeile über fast die gesamte Seite 1 einer Boulevard-Zeitung schreit: "Hertha versinkt im Intrigen-Sumpf". Dieter Hoeneß blickte mit treuherzigem Blick in die Runde und meinte, er habe die Zeile gar nicht gelesen. Nehmen wir es ihm mal ab. Erkennen wir auch des Managers verzweifelten Versuch an, die Sache so niedrig wie möglich zu hängen. Da habe man, so Hoeneß, aus einer Mücke einen Elefanten gemacht. Nein, Medienschelte wolle er nicht üben. Der Verein selbst habe sich nicht professionell genug gezeigt. Namen wollte er nicht nennen. Musste er auch nicht.

Und erst Jürgen Röber. Der, für das allein Sportliche verantwortlich, musste sich bei diesem Tohuwabohu wie ein Statist auf einem Nebenschauplatz vorkommen. Tat er aber offenbar nicht. Gut gelaunt präsentierte er sich. Nein, das alles belaste ihn nicht, auch nicht die Spieler, beteuert Röber. Und überhaupt: "Bei uns sind heute Leute am Ruder, die verhindern werden, dass alte Seilschaften wieder Unruhe reinbringen." Sprachs und richtete wieder den Blick in die Ferne.

Nach Rostock, hätte man denken können. Dort muss Röber morgen mit seinen Herthanern antreten. Dort wollen die Berliner, wie es Hoeneß ausdrückte, "zum Angriff blasen". Zum Angriff auf jenen sechsten Platz, der für die derzeit auf Rang neun stehende Hertha noch das große Ziel ist, weil er das Mitwirken am nächsten internationalen Wettbewerb garantiert. Das wäre nach der verkorksten Hinrunde ein beachtlicher Erfolg.

Immerhin, die Sorgen werden geringer. Noch sind Kiraly, Dardai, Tretschok, Deisler, Konstantinidis, Neuendorf, Covic und Sanneh gehandicapt, doch wohl nicht mehr lange. Auch Rehmer ist noch nicht ganz fit, doch er wird morgen wohl an seiner einstigen Wirkungsstätte auflaufen. Im Mittelfeld. Dessen Besetzung will Röber noch nicht bekannt geben. Sicher ist, dass Fiedler im Tor steht, van Burik, Rekdal und Sverrisson die Abwehr, Alves und Preetz den Angriff bilden werden. Vielleicht bekommt auch Roy eine Chance. Er wurde ebenso wie Fiedler am 21. September 1997 nach dem 0:4 in Rostock geopfert. Fiedler musste lange warten, ehe der Bann - nicht freiwilig, durch Kiralys Verletzung bedingt - aufgehoben wurde.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben