Sport : In seinen eigenen Play-offs

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Vor ein paar Jahren war Oliver Kahn mal ein ernsthafter Kandidat für die Nachfolge von Uli Hoeneß als Manager beim FC Bayern München. In einer Zeit, als er im Kerngeschäft Fußball große Erfolge vorwies und das P 1 mutmaßlich für eine Computer-Spielkonsole hielt. Den Posten haben die Bayern dann lieber anderweitig vergeben, was vordergründig daran lag, dass Kahn als Mittdreißiger eine spätpubertäre Phase auslebte und immer häufiger im Gesellschaftsteil der Münchner Zeitungen auftauchte.

Wie viele ehemalige Profis versucht auch Oliver Kahn, dem Leben nach der Fußballkarriere einen sinnstiftenden Inhalt zu geben. Als Experte im ZDF demonstriert er bei Länderspielen eindrucksvoll, wie gut Jürgen Klopp diesen Job zuvor gemacht hat. Dazu bloggt er für die Konkurrenz von Eurosport, mit ähnlichem Erfolg. Vor ein paar Wochen etwa sprach Kahn der Spielergeneration um Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger die Eignung zum Führen einer Mannschaft ab. Die Reaktion war … betretenes Schweigen.

In seinem neuesten Elaborat nun fordert Kahn die Einführung von Play-offs für die Bundesliga. Diese Idee ist von derart visionärer Kraft, dass sie vielleicht nicht jeder schon morgen wieder vergessen hat. Es lohnt nicht weiter, inhaltlich auf seine Argumente von größerer Spannung und attraktiverer Vermarktung einzugehen. Die Bundesliga ist auch deswegen eine Erfolgsgeschichte, weil sie ihr inhaltliches Format seit der Inauguration im Sommer 1963 nicht verändert hat.

Auf Dauer spannender wäre die Liga wohl nur geworden, wenn die Bayern Oliver Kahn zum Manager gemacht hätten.

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