In Stockholm : Testspiel des 1. FC Union wegen Ausschreitungen abgebrochen

Das Testspiel des Fußball-Zweitligisten 1. FC Union beim schwedischen Erstligisten Djurgardens IF in Stockholm ist wegen Ausschreitungen vor und während der Partie abgebrochen worden. Anhänger beider Klubs hatten Böller auf den Kunstrasenplatz geworfen

Szenen zum Vergessen. Unions-Fans randalieren in Stockholm.
Szenen zum Vergessen. Unions-Fans randalieren in Stockholm.Foto: dpa

In der 73. Minute hatte Jonas Erikson genug. Nach einer erneuten Unterbrechung des Freundschaftsspiels zwischen dem schwedischen Fußball-Erstligisten Djurgardens IF (DIF) und dem Berliner Zweitligisten 1. FC Union in Stockholm brach der schwedische Unparteiische die skandalöse Begegnung beim Stand von 1:1 ab.

Der Abbruch war die Folge des desaströsen Verhaltens, das die Anhänger beider Lager vor 8000 Zuschauern zeigten. Die Freude auf das Testspiel verging Spielern und Offiziellen schon vor der Partie. Über dem Block der DIF-Fans war ein Transparent mit der Aufschrift von Unions DDR-Erzrivalen BFC Dynamo gezeigt worden. Diese Provokation nahmen rund 100 Union-Anhänger der 1000 mitgereisten Gäste-Fans zum Anlass, den noch leeren Platz zu stürmen. Die DIF-Anhänger schienen nur darauf gewartet zu haben. Sie rannten nun ebenfalls aufs Feld und zündeten dabei Bengalos und Knallkörper. „Es war eine dumme Provokation und eine dumme Reaktion“, sagte Union-Sprecher Christian Arbeit.

Die Polizei brachte die Lage unter Kontrolle, mit mehr als 40 Minuten Verspätung wurde angepfiffen. Als im DIF-Block in der zweiten Hälfte erneut das BFC-Transparent auftauchte, verschärfte sich die Situation wieder. DIF-Anhänger brannten massiv Pyrotechnik ab, die Union-Fans schlugen zurück. Ihr Feuerwerk verursachte unter dem geschlossenen Dach der Arena eine große Rauchsäule.

Fußballderbys ohne Derbystimmung?

Zudem warfen sie Knallkörper auf den Platz, die Union-Torwart Jan Glinker nur knapp verfehlten. Parallel dazu gab es immer wieder Scharmützel zwischen den Fangruppen auf den Rängen. „Die Zusammenarbeit mit DIF soll fortgesetzt werden, auch wenn einige Menschen unsere Freundschaft zerstören wollten“, sagte Unions Sport-Geschäftsführer Nico Schäfer.

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