Sport : In Stuttgart dämpft Sammer die gute Laune

Oliver Trust

Stuttgart – Trainer Matthias Sammer sah ein wenig verloren aus neben Erwin Staudt. Der Präsident des VfB Stuttgart ist der Gute-Laune-Verbreiter der Schwaben. Ständig preist er die Schöpfung der neuen „VfB-Welt“: Das Eventcenter mit Läden, Restaurants, Fitness und Reha-Zentrum, eine Nachwuchsakademie. „Und nun sind wir mit unserem City-Fanshop im Herzen Stuttgarts vertreten“. Wenn Staudt bastelt und plant, wirkt er manchmal wie ein Animateur im Freizeitklub. Matthias Sammer ist anders.

Der Trainer des VfB Stuttgart wägt ab vor dem Saisonstart am Sonntag gegen den Aufsteiger Mainz 05, er trifft eine Aussage, um sie nur Sekunden später wieder zu relativieren. Im Grunde erzählt er nichts, sagt aber gleichzeitig, er wisse vieles, wolle das aber für sich behalten. Zum Beispiel die Aufstellung. Um die Nominierung des Nationalspielers Kevin Kuranyi macht Sammer ein Geheimnis, dabei weiß jeder, dass der Deutsch-Brasilianer spielen wird. Wohl neben dem Ungarn Imre Szabics. Die neuen Abwehrmänner Martin Stranzl und Markus Babbel werden die Innenverteidigung bilden, obwohl sie noch nicht so gut harmonieren. Die beiden müssen Marcelo Bordon ersetzen, der zum FC Schalke 04 abgewandert ist. Und Fernando Meira wird gegen Mainz auch fehlen, weil er zu Portugals Olympiaauswahl gerufen wurde.

Sammer aber schweigt zu vielem. „Alles lief so gut, das hat uns gedanklich müde gemacht“, sagt Sammer, „wir hatten keine Lösung parat, als es im Ligapokal gegen Bremen schlecht lief.“ Deshalb versucht Sammer nun eine Atmosphäre zu kreieren, in der sich keiner zu sicher fühlt. Schnell hat er nach seinem Amtsantritt erkannt, dass beim VfB Stuttgart vieles zum Selbstläufer geworden ist. Die Jungstars verschwenden zu viel Energie in Autogrammstunden und Werbeterminen – und sind dabei doch sicher, dass ihnen nicht viel passieren kann. Behutsam geht der neue Trainer der Schwaben nun dagegen vor. Allerdings so, dass keiner der Spieler auch nur den Hauch von schlechter Stimmung verspürt. Der Trainer verbreitet nur nicht ständig gute Laune. Aber dafür sitzt ja Erwin Staudt bei der Pressekonferenz vor dem Saisonauftakt neben ihm.

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