Sport : Indurain aus Bayern

Johann Mühlegg ist derzeit nicht zu schlagen. Gestern feierte der Allgäuer, der nach Querelen mit dem deutschen Verband für Spanien startet, sein zweites Olympiagold im Langlauf. Mühlegg gewann souverän das Verfolgungsrennen über 10 km klassisch und im freien Stil. "Für mich ist dies das Größte überhaupt. Ich bin überglücklich", sagte Johann Mühlegg. Zumindest zwischenzeitlich rückte Spanien damit im Medaillenspiegel vor die Wintersportnationen Österreich und Russland.

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Newsticker: Aktuelle Nachrichten von den XIX. Winterspielen sowie weitere Sportmeldungen Fünf Tage nach seinem Sieg über 30 km verwies Mühlegg mit einer erneuten Gala-Vorstellung die beiden Norweger Thomas Alsgaard und Frode Estil (28,5 Sekunden zurück) auf den gemeinsamen zweiten Platz. Nach Auswertung des Zielfotos wurden erstmals in der Olympia-Geschichte zwei gleiche Medaillen im Langlauf vergeben. Rene Sommerfeldt aus Oberwiesenthal schlug sich im Feld der Weltelite achtbar und kam mit einem Rückstand von 1:02,3 Minuten als Elfter und bester Deutscher ins Ziel.

Die Entscheidung fiel bereits auf der klassischen Strecke, wo Mühlegg die Konkurrenz überraschend distanzierte. Mit einem Vorsprung von 13,2 Sekunden auf Estil ging der "deutsche Spanier" in das Freistil-Rennen. Dort dominierte Mühlegg trotz eines Sturzes gleich zu Beginn nach Belieben. Systematisch baute der 31-Jährige seine Führung aus und ließ sich schon weit vor dem Ziel mit der spanischen Fahne in der Hand als Sieger feiern. "Meine Zukunft liegt in Spanien. Es tut mir leid für Deutschland", bekräftigte Mühlegg erneut, dass es eine sportliche Rückkehr in seine Heimat nicht geben wird. 1999 hatte er sich im Unfrieden verabschiedet.

Der "Indurain aus Bayern", wie er in Spanien in Anlehnung an den fünfmaligen Tour-de-France-Gewinner genannt wird, ist nun auch erster Gold-Anwärter auf seiner Spezialstrecke 50 km. Für Olympia hatte Mühlegg in der Vorbereitung alles andere hinten angestellt. Über drei Monate lang trainierte er vor Saisonbeginn in der Höhe, um sich auf die Bedingungen in Soldier Hollow optimal einzustellen. "Die gewissenhafte Vorbereitung dauerte länger als ein Jahr. Ich habe so viel Zeit investiert, so viel Gletschertraining gemacht. Schön, dass es sich hier auszahlt", sagte der Doppel-Olympiasieger.

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