INGO STEUER : Er war bei der Stasi

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Steuer

Fünf Tage nach seinem 18. Geburtstag verpflichtete sich der Eiskunstläufer Ingo Steuer aus Chemnitz bei der Stasi als Spitzel, Tarnname „IM Torsten“. Kurz vor den Olympischen Spielen 2006 flog er auf. Steuer trainierte zu dieser Zeit das Weltklasse-Paar Aljona Sawtschenko/Robin Szolkowy. Das Nationale Olympische Komitee (NOK) strich ihn von der Liste der Olympia-Teilnehmer, aber Steuer setzte vor Gericht durch, dass er sein Paar in Turin betreuen durfte. Eine Serie von juristischen Schritten folgte. Das Bundesinnenministerium drohte der Deutschen Eislauf-Union (DEU) mit dem Entzug von Fördermitteln, wenn Steuer sich nicht von seinem Paar trenne, das mit öffentlichen Mitteln gefördert wird. Die DEU bot den Athleten Alternativtrainer an, die aber abgelehnt wurden. Nach juristischen Niederlagen der DEU haben sich Verband, Sportler und Trainer auf einen Burgfrieden bis zur endgültigen Klärung vor Gericht geeinigt. Steuer darf die Top-Läufer weiter trainieren. Die Tatsache, dass der Coach einerseits umfangreiche Informationen an die Stasi lieferte, gleichzeitig seine Schuld aber klein redete, verschärfte die Situation. Frank Bachner

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