Sport : Inline-Skater sollen am Sonntag für neue Höchstgeschwindigkeiten sorgen

Hanspeter Detmer

Ein deutscher Rekord ist dem Berlin-Marathon schon sicher. Am Sonntag werden 4078 Inline-Skater starten. Damit ist das bisherige Rekord-Meldeergebnis aus dem Vorjahr in Köln (2700) weit übertroffen. Der deutsche Rekord soll dann am Renntag noch getoppt werden. Wer als erster Inline-Skater in Berlin für die 42,195 m Marathon-Kilometer weniger als eine Stunde benötigt, erhält neben der Siegprämie in Höhe von 2000 Euro auch noch 5000 Euro Rekordprämie. Allerdings dürfte die schnellste Zeit, die bislang ein Inline-Skater für die Marathon-Strecke benötigte, in Berlin kaum zu unterbieten sein. Beim Engadin-Marathon Anfang Juli erreichte der Franzose Mikael Lannezval das Ziel nach nur 53:38,2 Minuten. Das entspricht einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 47,203 Stundenkilometern - allerdings hat der Engadin-Marathon ein deutliches Gefälle. So gesehen wäre eine Berliner Zeit unter einer Stunde eher ein gültiger Weltmaßstab.

Noch wird das Image der Inline-Skater in der Öffentlichkeit geprägt durch den Fun-Charakter, wie ihn zum Beispiel die Blade-Night ausstrahlt. Doch längst hat sich eine sehr sportliche Entwicklung des Inline-Skatens herauskristallisiert. "Rollschnellaufen ist im Grunde genommen eine alte Sportart, in der wir Deutschen auch international immer relativ gut waren. Aber erst jetzt, da das Inline-Speedskaten in Deutschland in fast alle großen City-Marathon-Wettbewerbe integriert wurde, nimmt endlich eine breite Öffentlichkeit von unseren Leistungen Notiz", sagt Daniel Zschätzsch. Der junge Mann aus Groß-Gerau wurde im April beim Hamburg-Marathon Deutscher Inline-Meister. Er startet auch bei der Weltmeisterschaft in Chile, weshalb er in Berlin nicht dabei ist. Das aber heißt nicht, dass beim Berlin-Marathon nur die zweite Garnitur einen vielleicht dann aussichtslosen Versuch unternimmt, die 5000-Euro-Rekordprämie zu gewinnen. "Die Weltmeisterschaft in Chile ist weit weg", sagt Barbara Fischer, die oberste Wettkampfleiterin des Deutsche Rollsport- und Inline-Verbandes (DRIVe). "Für die europäischen Spitzenläufer, die allesamt Profis sind, ist es lukrativer, bei Rennen wie in Berlin in die Geldränge zu laufen und für ihre Sponsoren Werbung zu treiben als in Chile vergeblich einem Titel nachzulaufen." Das bestätigte auch Mark Milde, der Organisator des Inline-Marathons in Berlin. So wird das Team Salomon am Sonntag mit einem der Stars der Szene, Tristan Loy (Frankreich), antreten. In verschiedenen Punkten müssen die Organisatoren bei den Skatern anders planen als bei den Läufern. Einer davon ist die Begleitung der Spitzengruppe. Mark Milde sagt: "Bei den Läufern fährt der Führungsgruppe immer eine Rad-Equipe voraus. Für die Inline-Skater haben wir eine Motorrad-Staffel angeheuert. Denn bei einer Geschwindigkeit von mehr als 40 Stundenkilometern würden die Radfahrer bald keine Sonne mehr sehen."

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