Sport : Ins Halbfinale gekämpft

Die Eisbären Berlin besiegen Hamburg nach Verlängerung 4:3 und treffen nun auf Düsseldorf

Katrin Schulze

Berlin - Die Anhänger der Eisbären waren zu voreilig. Mit den Rufen „ihr habt noch 60 Minuten“ begrüßten sie die Hamburg Freezers zum fünften Viertelfinalspiel. Doch in 60 Minuten sollte in dem dramatischen Spiel noch keine Entscheidung fallen. Erst nach 63 Minuten erlöste Frank Hördler seine Mannschaft mit dem entscheidendem Tor zum 4:3 (0:2, 3:1, 0:0/ 1:0). Es war der vierte Sieg der Eisbären in der Serie gegen die Freezers, bei nur einer Niederlage. Damit qualifizierten sich die Berliner für das am 1. April beginnende Halbfinale um die deutsche Eishockey-Meisterschaft, bei dem sie auf die Düsseldorfer EG treffen, die sich ihrerseits überraschend gegen die Nürnberg Ice-Tigers durchsetzte. Das Halbfinale und das Finale werden nach dem Modus „Best of five“ ausgetragen.

Die hochklassige Play-off-Begegnung am gestrigen Abend zeichnete sich nicht nur durch eine Bonusspielzeit aus. Auch eine rüde Gangart war ihr zuzuschreiben. Wieder Mal. Nachdem sich bei den Freezers im letzten Spiel gegen die Eisbären bereits Nationalspieler Alexander Barta verletzte, traf es gestern Hamburgs Marc Beaucage. Auf der anderen Seite mussten die Eisbären ab dem zweiten Abschnitt auf ihren dienstältesten Profi Sven Felski verzichten, der sich am Knie verletzte. Für Eisbären-Trainer Don Jackson gelten die „üblichen Ausfälle in den Play-offs aber nicht als Ausrede“. Und auch die Hamburger ließen sich von der Härte des Spiels nicht beeindrucken.

Im Gegenteil: Viel konzentrierter und zweikampfstärker als in den vergangenen drei Partien präsentierten sich die Freezers vor 5000 Zuschauern im ausverkauften Sportforum. „Wir haben schon oft gezeigt, dass wir in engen Situationen noch zurückkommen können“, hatte der Hamburger Verteidiger Stephan Retzer gesagt. Zuletzt in der Play-off-Qualifikation gegen den ERC Ingolstadt, als die Freezers sich 22 Sekunden vor Schluss wieder zurück in den Wettbewerb kämpften und die Serie am Ende noch gewannen. Und auch gestern bewiesen die Hamburger dass, es ihnen an Nervenstärke nicht mangelt: Gleich im Anfangsabschnitt gingen sie durch Christoph Brandner und einen beherzten Schuss von Brad Smyth 2:0 in Führung.

Nach den deutlichen Siegen in den vorangegangenen Partien gegen die Hamburger (7:4, 6:1, 6:1), rechneten die Eisbären offenbar nicht mehr mit einem solchen Widerstand der Freezers. Diese spielten dieses Mal eben nicht nur mit gewohnter Härte, sondern ebenfalls mit Zug zum Tor. Der Impuls von Trainer Bill Stewart schien sich also auszuzahlen: Vor dem Spiel tauschte er seinen Stammtorwart Philippe Sauvé durch Jean-Marc Pelletier aus, der damit gestern sein erstes Spiel seit zwei Monaten bestritt. Erst in 23. Minute musste Pelletier das erste Mal hinter sich greifen, nachdem ihn Eisbären-Stürmer André Rankel überwunden hatte. Gleiches gelang dem 22-Jährigen nur kurze Zeit später wieder. Doch auch dadurch gaben sich die Hamburger nicht geschlagen, denn nur 47 Sekunden später gingen sie erneut in Führung. Nun wussten aber auch die Eisbären mit den flinken Freezers umzugehen und glichen durch Florian Busch erneut aus.

Nach dem 3:3 entwickelte sich im Schlussabschnitt dann eine dramatische Begegnung, bei der sich die Eisbären – vor allem in Person von Rankel - mehr Chancen erarbeiteten, es jedoch nicht schafften, den Puck im Tor vom starken Hamburger Goalie unterzubringen. Und so ging das Spiel in die Verlängerung, in der Eisbären-Verteidiger Hördler nach 160 Sekunden das entscheidende Tor schoss.

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