Sport : Ins Herz der Mannschaft gerückt

Ervin Skelas Tore nähren die Hoffnungen von Energie Cottbus auf den Klassenerhalt

Karsten Doneck

Cottbus - Er hatte das getan, was er immer tut. Ervin Skela legte ein enormes Laufpensum zurück, er kämpfte verbissen um jeden Ball. Darüber hinaus war ihm das gelungen, was ihm in letzter Zeit immer wieder gelingt: Er hatte ein Tor geschossen. Ein sehr wichtiges obendrein: das Tor zum 1:0 (0:0)-Sieg für Energie Cottbus im für den Abstiegskampf so bedeutungsvollen Heimspiel gegen Arminia Bielefeld. „Mit ihm haben wir einen Spieler, der ein enges Spiel entscheiden kann“, stellte der Cottbuser Trainer Bojan Prasnikar erleichtert fest.

Gegen Bielefeld glückte Skela sein sechstes Saisontor, er ist damit erfolgreichster Schütze der Cottbuser. Und eine ganz wichtige Größe im sich immer mehr zuspitzenden Abstiegskampf der Bundesliga. In den letzten drei Spielen, die Cottbus allesamt gewann, erzielte Skela alle vier Tore. Dass sein Treffer am Samstag gegen Bielefeld aus einem Handelfmeter resultierte, war Nebensache. Auch für Ervin Skela. „Wir mussten unbedingt gewinnen, egal wie. Das haben wir geschafft“, sagte der 31-Jährige.

Skela, gerade mal 1,73 Meter groß, lässt sich von seinem momentanen Erfolg nicht den Kopf verdrehen. Lange Zeit, noch unter Trainer Petrik Sander, lag seine Rolle mehr in der Defensive. Vor der Abwehr sollte er als Abräumer das verrichten, was in Fußballerkreisen schon mal verächtlich als Drecksarbeit bezeichnet wird. Er tat das: widerspruchslos, zuverlässig und zumeist unauffällig. Prasnikar, seit Ende September vorigen Jahres in Cottbus als Trainer beschäftigt, hielt Skela in anderen Bereichen für wertvoller. Er setzte ihn im zentralen Mittelfeld ein, hinter den Spitzen. „Er spielt jetzt im Herz der Mannschaft“, beschreibt Prasnikar den Rollenwandel seines mittlerweile wichtigsten Mannes mit einem Anflug von Poesie. Doch ein Skela allein verscheucht in Cottbus nicht auf Anhieb alle Abstiegsängste. Nur vier Punkte liegt der FC Energie vor dem drittletzten Platz. Das zwingt weiter zu erhöhter Aufmerksamkeit, zumal im Restprogramm der Lausitzer unter insgesamt sechs Gegnern mit Schalke 04, Werder Bremen (beide auswärts) und Hamburger SV (zu Hause) noch drei Größen der Liga auftauchen.

Deshalb erwartet Bojan Prasnikar auch von Ervin Skela noch Steigerungen. „Mit seiner guten Form zieht er andere Spieler bei uns mit, aber: Auch er kann sich noch verbessern“, sagt der Trainer. Skela selbst ist der Rummel um seine Person eher lästig. Er sagt brav: „Der Einzelne bei uns ist unwichtig. Hauptsache, die Mannschaft gewinnt.“ Karsten Doneck

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