Sport : Ins letzte Rennen von Platz zehn Schumachers Chancen sinken weiter

Karin Sturm

Sao Paulo – So hatte sich Michael Schumacher das letzte Qualifying seiner Formel-1-Karriere nicht vorgestellt: Nach überlegener Bestzeit im zweiten Durchgang hatte er gleich zu Beginn des dritten Durchgangs ein Getriebeproblem. Langsam kam er an die Ferrari-Box zurück, musste hilflos zusehen, wie seine Konkurrenten Runde um Runde fuhren, während die Ferrari-Mechaniker an seinem Auto schraubten Eine Minute vor dem Ende stieg er aus dem Auto aus: Vorbei, keine Chance mehr, ins Geschehen einzugreifen. „Wir hatten plötzlich keinen Benzindruck mehr. Ich tue mich schwer vorherzusagen, was jetzt im Rennen noch möglich ist“, sagte er. „Es ist nicht schön, wenn jetzt zweimal hintereinander so ein technisches Problem auftritt.” Vor zwei Wochen in Suzuka war Schumacher mit einem Motorschaden ausgeschieden.

Als Zehnter startet Schumacher heute beim Großen Preis von Brasilien (19 Uhr, live bei RTL) direkt hinter den beiden BMW-Sauber von Nick Heidfeld und Robert Kubica - womit er den Schriftzug „Thanks Michael“ auf den Heckflügeln von deren Fahrzeugen zumindest am Start erst einmal genießen kann. Bei zehn Punkten Rückstand auf Alonso wird Schumacher nur dann noch Weltmeister, wenn er das Rennen gewinnt und sein spanischer Rivale Fernando Alonso maximal Neunter wird und keine Punkte holt. Diese Variante ist nach dem Qualifying noch unwahrscheinlicher geworden.

Ferrari-Technikchef Ross Brawn war erst einmal ratlos. „Jetzt müssen wir über Nacht das ganze Auto auseinander nehmen und sehen, was da los war”, sagte er. Allerdings gab er sich trotzdem noch optimistisch. „Wir haben ein sehr schnelles Auto und gute Reifen. Michael hat schon aus schwierigeren Positionen gewonnen – warum soll das diesmal nicht möglich sein?“ Schumachers Teamkollege Felipe Massa holte sich in seinem Heimatland die Pole-Position vor Kimi Räikkönen und Jarno Trulli. Alonso wurde Vierter.

Am Freitag, noch vor dem Freien Training, hatten die Mechaniker vorsichtshalber den Motor von Alonsos Renault gewechselt – zu einem Zeitpunkt, als das noch ohne Strafe möglich war. Bei Prüfstandversuchen im Werk hatte es mit der leicht modifizierten Entwicklungsstufe plötzlich ein Problem gegeben. „Jetzt habe ich absolut die gleiche Version drin wie zuletzt in Japan und China, mit der es nie Probleme gegeben hat“, sagte Alonso.

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