Sport : Insel der Zukunft

Mathias Klappenbach

Robert Huth hat es früh erkannt und ist schon als Jugendlicher nach England gegangen. Auch Jens Lehmann hat irgendwann eingesehen, dass er Oliver Kahn nur aus sicherer Entfernung ablösen kann – von London aus. 1998 hatte Lehmann es noch mit einem Wechsel zum AC Mailand versucht. Vergeblich; Italien war da schon länger out.

1990 war das anders. Damals kickten fünf Spieler der deutschen Nationalmannschaft, die in Rom Weltmeister wurde, in Italien, drei wechselten später dorthin. Sie waren eine Macht, die aus dem Ausland kam und den Titel nach Deutschland holte. Zu den Legionären gehörte auch der jetzige Bundestrainer Jürgen Klinsmann. Er kreierte auch den nächsten Trend und wechselte schon Mitte der Neunzigerjahre auf die Insel.

Einige sehr junge Spieler wie Huth folgten. Thomas Hitzlsperger wurde intensiv von Klinsmann getestet, als er in England spielte. Seit seiner Rückkehr nach Deutschland sind seine Chancen auf die WM-Teilnahme gesunken. Im Sommer geht auch Michael Ballack nach England, weil er endlich einen internationalen Titel gewinnen will. An den WM-Titel mit Deutschland glaubt er offenbar nicht.

Aber vielleicht hilft es für die WM 2010, wenn dem deutschen Star weitere Spieler folgen und sich in der Premier League verbessern. Ein großes Risiko wäre es nicht für sie. Am Beispiel von Robert Huth lässt sich erkennen, dass es für die deutsche Nationalmannschaft genügt, beim FC Chelsea in der zweiten Reihe zu spielen.

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