Sport : Intensiv gewonnen

Alba besiegt Bonn 100:89 und festigt die Tabellenführung

Benedikt Voigt

Berlin. Alba Berlins John Best ballte eine Hand zur Faust und warf sich seinem Mitspieler Stefano Garris an die Brust. Dabei brüllten sich die zwei Basketballprofis gegenseitig an. Vor Freude. Was war passiert? Hatten die beiden einen Titel gewonnen, ein Spiel oder wenigstens ein paar Punkte erzielt? Mitnichten, die beiden Berliner Teamkollegen feierten nur, dass im zweiten Viertel ein Ball ins Aus getrudelt war und sie einen Einwurf bekamen. Das Beispiel zeigt jedoch, mit welch großer Intensität gestern vor 8173 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle das Spitzenspiel der Basketball-Bundesliga zwischen Alba Berlin und den Telekom Baskets Bonn geführt wurde. Es ging aber auch um Platz eins in der Tabelle, den die Berliner nach dem 100:89 (51:47) gefestigt haben.

Nur eine Aufgabe löste Alba Berlin gestern nicht. 79:99 hatten die Berliner das Hinspiel in Bonn verloren, was bedeutete, dass sie das Rückspiel mit 21 Punkten gewinnen mussten, um den direkten Vergleich für sich zu gestalten. Dieser entscheidet am Ende der Hauptrunde bei Punktgleichheit über die bessere Platzierung. Doch mit dieser Aufgabe wollte sich Alba zunächst nicht beschäftigen. „Es geht erst einmal darum, das Spiel zu gewinnen“, sagte Kotrainer Burkhardt Prigge vor der Partie. Das war für Alba auch nicht einfach, der Klub hatte die letzten vier Spiele gegen die Bonner verloren.

Eine starke Verteidigung hatten sich die Berliner Spieler vorgenommen, denn die hatte Alba bei der Niederlage (76:90) am vergangenen Samstag in Karlsruhe vermissen lassen. Doch auch gegen die Bonner, die am Dienstag in Würzburg verloren hatten, vernachlässigten die Berliner Spieler anfänglich die Defensive. 32 Punkte durften die Gäste, die von rund 150 Fans unterstützt wurden, im ersten Viertel erzielen. Darunter fand sich ein Dunking des Amerikaners Altron Jackson sowie ein Pass des umsichtigen Aufbauspielers Aleksandar Capin, der auch hinter dem Rücken den Mitspieler erreichte. Mit 12 Punkten lagen die Berliner im ersten Viertel zurück. Erst zu Beginn des zweiten Viertels setzten sie in der Verteidigung das um, was sie sich vorgenommen hatten. Nach einer 13:2-Serie ging Alba wieder in Führung: 35:34.

Sekunden vor der Halbzeit stopfte Szymon Szewczyk den Ball nach einem Zuspiel in der Luft direkt in den Korb. Alley-Hoop nennen die Basketballer dieses Kunststück, es ähnelt, wenn man so will, einem Seitfallzieher im Fußball, bei dem der Ball volley ins Tor geschossen wird. Den Jubel der Zuschauer hatte sich der Pole jedenfalls verdient, zumal er den 51:47-Halbzeitstand herstellte.

Nach der Pause übernahm Albas Aufbauspieler DeJuan Collins mehr Verantwortung und erzielte sieben Punkte in Folge. John Best musste in der 24. Minute nach seinem vierten Foul auf die Bank, dennoch konnte sich Alba nach einem Dreipunktewurf von Marko Pesic etwas absetzen: 71:58. Nach einem Foul an Marko Pesic beim Stand von 74:61 durften die Berliner zum ersten Mal daran denken, auch den direkten Vergleich für sich zu entscheiden. Doch Pesic setzte beide Freiwürfe daneben.

Zumal Bonn Albas Vorsprung (77:67) zu Beginn des letzten Viertels auf 77:74 schrumpfen ließ. Trainer Emir Mutapcic schickte wieder Marko Pesic und John Best aufs Feld. Letzterer erzielte prompt fünf Punkte in Folge (82:76), doch zum Ärger der Alba-Fans und Trainer Emir Mutapcic, musste er in der 34. Minute mit fünf Fouls vom Feld. Mit 21 Punkten war er gestern Albas Topscorer. Für ihn machte Collins (18 Punkte) weiter, er traf zwei wichtige Dreipunktewürfe. Mit 91:80 gingen die Berliner in die letzten drei Spielminuten, gaben den Sieg nicht mehr aus der Hand – und Best und Garris durften nun auch ein gewonnenes Spiel bejubeln.

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