Internationale Pressestimmen : Türkische Medien: "Der Panzer ist zurück"

Europäische Medien loben deutsche Taktik und Spielkunst sowie namentlich Ballack und Schweinsteiger - sogar die Briten stimmen ein. Nur die Türken lassen in ihrer Presse mehr als 60 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg immer noch genussvoll die Panzer rollen.

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Schweinipanzer hat Ruh. Oder war es Schweinimaschine?Foto: AFP

Türkische Presse:

"Sabah": „Der Panzer ist zurück (...) Gegen Österreich und Kroatien haben sie schlechten Fußball gespielt und viel Kritik abbekommen. Aber gestern gegen Portugal haben sie das Spiel gewonnen. (...) Das Unheil Portugals war Schweinsteiger. Ein Tor und zwei Vorbereitungen. Er hat dem Spiel seinen Stempel aufgedrückt."

"Milliyet“: „Die Panzer haben den Portugiesen keine Chance gegeben. Wenn wir gegen Kroatien gewinnen, werden sie gegen uns spielen. Sie haben einen perfekten Fußball gespielt.“

"Hürriyet“: "Panzer-Offensive (...) Die Mannschaft hat den Portugiesen eine Lektion erteilt. Deutschland ist die Mannschaft der Cups. Mit Schweinsteiger, Klose und Ballack haben sie den Job schnell erledigt. Portugal war ein Favorit der Meisterschaft, konnte sich  aber gegen Deutschland nicht halten."

Britische Presse:

"Daily Telegraph": "Portugal fand in der Luft einfach kein Mittel gegen Miroslav Klose und Michael Ballack. Die beiden machten die Kopfballtore nach Flanken vom herausragenden Bastian Schweinsteiger, dem selbst ein Treffer von solch frei-fliegender Schönheit gelang, er hätte von den Holländern stammen können. (...) Dies war keine Klischee-Fußballgeschichte von teutonischer Effektivität und Kraft, die kreativere aber physisch unterlegene Gegner niedermacht. Der Fußball, den deutsche Füße hier spielten, besonders die Füße Ballacks, war atemberaubend."

"The Sun":  "Hätte es jemals anders ausgehen können? (...) Der Mann der Deutschland richtig auf Trab brachte, war Bayern Münchens Bastian Schweinsteiger. Der Spieler mit den wahrscheinlich schlimmsten Haaren der Euro 2008 sagte, dass er seinem Team etwas schuldig war - und er hat es mehr als zurückgezahlt."

 "The Times": "Zumindest hat Luiz Felipe Scolari in einer Sache recht behalten. Ein guter Großer wird immer einen guten Kleinen schlagen. Von Beginn an hatte Scolari Angst, dass sein hinreißendes portugiesisches Team von der schieren Übermacht des deutschen Mittelfeldes erdrückt werden würde... und niemand kann bestreiten, dass er das Spiel richtig beurteilt hat."

"Daily Mirror": "Ein herausragendes Spiel... Am Ende hätte Löw sich gar keine Sorgen machen müssen, weil sein Team den Platz als verdienter Gewinner verließ und, obwohl es in der Gruppenphase strauchelte, sich nun für das Finale in Wien empfohlen hat, um weiter auf EM-Titel-Beutezug zu gehen."
 
"The Independent": "Nach dem Abpfiff zeigte Cristiano Ronaldo einmal mehr seine bockige Charakterseite, indem er sofort den Platz verließ. Wenn man aber über den Besten der Welt und 60-Millionen-Pfund-Preisschilder reden möchte, dann war der einzige Mann, der in diese Kategorie passte, der brilliante Michael Ballack."

Portugiesische Presse:

"A Bola": "Unschön. Die Nationalmannschaft verlässt ruhmlos die Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz. Auf der Anzeigentafel lag Portugal immer zurück. Sie kämpften bis zum Schluss. Das Team führte die Statistik des Abends an: mehr Ballbesitz, überlegend in den Zweikämpfen. Am Ende waren sie Opfer ihrer Ineffizienz."    

"Correio da Manha": "Der Grund, zwei Tore über einen ruhenden Ball zu kassieren, könnte die unterschiedliche physische Kapazität von deutscher und portugiesischer Mannschaft im Spiel sein. Ist er aber nicht. Es sind ein technischer Fehler und sehr viel fehlende Kopfarbeit in Standardsituationen der Verteidigung. Scolari verabschiedet sich mit einer weiteren Niederlage gegenüber Deutschland. Es wäre mehr drin gewesen. Die Mannschaft verabschiedet sich von der Europameisterschaft mit dem Gefühl, nicht alles gegeben zu haben."    

"Publico": "Alles kann auf die Frage der Effizienz oder die Frage des Vertrauens reduziert werden. Deutschland ist diese Maschine, die nie Fehler macht. Portugal macht Fehler. Immer dann, wenn es drauf ankommt. Im Abschluss und in der Verteidigung. Das sind die Momente, in denen keine Fehler gemacht werden dürfen. In dieser Nacht in Basel hat das portugiesische Team mehr Fehler gemacht als die deutsche Nationalmannschaft. Portugal begann vielversprechend. Am Ende verabschiedet sich die Mannschaft von der Europameisterschaft mit herzlich wenig." 

"Diario de Noticias": "Die ruhenden Bälle schossen Portugal aus der Europameisterschaft. Die deutsche Erfahrung, ihre physisches Potenzial und die Klarheit mit der der Trainer Joachim Löw die Mannschaft auf den Rasen schickte, waren genau die Schwachpunkte der portugiesischen Nationalmannschaft. […] Ohne Glanz und Gloria beendet Scolari seinen Job als Nationaltrainer. Was bleibt ist die Polemik. Zwei Spiele gingen verloren, nach dem er bekannt gegeben hatte, Chelsea zu trainieren. […] Es wurde den Deutschen zu viel Raum gelassen. Gegen eine solch reife Mannschaft, die mit dem Ball umzugehen weiß, muss man anders spielen. Die Zeit rann der portugiesischen Elf aus den Händen, ohne wirklich etwas zu bewegen. Sie kamen nicht ins Spiel. Das Tor von Helder Postiga zeigt, was hätte möglich sein können."

Dänische Presse:

"Ekstra Bladet“: "König Ballack und Prinz Podolski gaben den Ton an. Ein taktisches Meisterwerk des deutsche Trainers Löw hat Ronaldo & Co. vorzeitig in die Sommerferien geschickt."

"„B.T.": "Michael Ballack war einfach nicht zu bremsen. Er führte eine deutsche Elf an, die in der Abwehr so gut organisiert war, dass die sonst sehr kreativen Portugiesen einfach keine Antwort fanden."

"Jyllands-Posten": "Irgendwie gewinnt immer der Bessere. Das waren von zwei guten Mannschaften die Deutschen. Portugals Trainer Scolari hatte vor dem Kopfballspiel des Gegners gewarnt, das dann auch den Ausschlag gab."

Schwedische Presse:

"Dagens Nyheter": "Ein Triumph für Trainer Löw. Der Deutsche wagte in neues Spielsystem und gewann. Faszinierend auch, wie wenig Ronaldo den Ball behalten durfte. Der routinierte Arne Friedrich blieb eng an ihm dran und bekam immer Unterstützung."

"Svenska Dagbladet": "In diesem portugiesischen Alptraum tauchten zwei Dinge immer und immer wieder auf. Deutsche Freistöße und Bastian Schweinsteiger."

"Aftonbladet“: "Nach zwei Jahren ist die Party nun neu in Gang gekommen. Deutschland swingt wieder. Bastian Schweinsteiger macht die Musik, und die ganze Welt ist eingeladen, wenn ein neues Sommermärchen aufblüht."

Norwegische Presse:

"Aftenposten": "Diese deutsche Mannschaft würzt eine straff organisierte Defensive - trotz mancher Löcher - mit offensivem Ideenreichtum. Der Ball fühlt sich pudelwohl, wenn er am Bein von Ballack klebt."

Niederländische Presse:

"De Telegraaf": "Deutsches Meisterstück. Angepasste Taktik zwingt Portugiesen auf die Knie."

"De Volkskrant": "Deutsche Freistöße tödlich effektiv."

"Trouw": "Ballack erniedrigt Portugiesen. Der Spielführer überflügelte Ronaldo auf allen Gebieten.“

 (Tsp/zoomer.de/dpa)

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