Interview : Charles Friedek über seine "Zerrung im Kopf"

Sein Gastspiel bei der Leichtathletik-WM war kurz: Charles Friedek über seinen missglückten Auftritt in der Dreisprung-Qualifikation.

Friedek
Charles Friedek, 37, Weltmeister von 1999, schied am Sonntag mit drei ungültigen Versuchen aus. -Foto: dpa

Herr Friedek, Sie sind bei der WM mit drei ungültigen Versuchen in der Dreisprung- Qualifikation ausgeschieden. Woran lag es?



Ehrlich gesagt weiß ich das nicht so genau. Ich bin gar nicht richtig reingekommen in den Wettkampf. Und ich hatte eine kleine Zerrung, die ich nicht aus dem Kopf bekommen habe.

Hat Sie das behindert?

Nein, das soll auch nicht als Ausrede gelten. Aber ich habe es mir dadurch vielleicht selbst nicht richtig zugetraut. Das Selbstbewusstsein fehlte, so etwas ist schwer auszublenden. Nach dem ersten Sprung war ich noch recht zuversichtlich. Aber es hat leider nicht gereicht.

Sie waren unter anderem 1999 Weltmeister. Wieso können Sie als erfahrener Springer nicht einen Sicherheitssprung machen, um wenigstens das Finale zu erreichen?

Das ist eine... nun ja... interessante Frage. Nein, das geht natürlich nicht. Ein gültiger Versuch bringt mir ja auch nichts, wenn er nicht weit genug ist. Ich kann nicht mal eben auf 17 Meter springen. Da muss ich schon alles riskieren.

War das Ihr letzter Wettkampf?

Das werde ich mir jetzt ganz in Ruhe überlegen. Vielleicht mache ich noch ein oder zwei Wettkämpfe, das will ich noch nicht endgültig sagen. Es ist hart loszulassen, das fällt mir schon schwer. Ich werde nun erstmal alles aufsaugen von dieser WM-Atmosphäre und dann eine Woche zu Hause im Bett verbringen, um mich zu besinnen.

Aufgezeichnet von Anke Myrrhe.

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