Interview : Gojko Kacar: "Peking war eine große Erfahrung"

Gojko Kacar spielte für Serbien beim Olympischen Turnier. Herthas Mittelfeldpieler über Peking und seine Müdigkeit beim ersten Bundesliga-Spiel in Frankfurt.

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Olympischer Zweikampf. Gojko Kacar (li.) und der Ivorer Kafoumba Coulibaly.Foto: Reuters

Herr Kacar, erst am Donnerstag sind Sie aus Peking zurückgekommen. Trotzdem haben Sie am Sonntag schon für Hertha in Frankfurt gespielt. Wie schwer was das?

Sehr schwer, ich hatte schließlich einen 16-Stunden-Trip hinter mir. Meine Beine sind immer noch müde, beim Spiel in Frankfurt habe ich Krämpfe in den Oberschenkeln gehabt. Aber ich wollte unbedingt spielen.

Ihr Einsatz wurde überhaupt erst möglich, weil Sie mit der serbischen Nationalmannschaft in der Vorrunde des olympischen Turniers ausgeschieden sind…

Ja, die Resultate mit meiner Mannschaft waren sehr enttäuschend für mich. Aber das Turnier in China war eine große Erfahrung für mich, erst waren wir eine Woche in Schanghai, dann waren wir eine Woche im olympischen Dorf in Peking. Da habe ich dann so große Stars wie Dirk Nowitzki und Rafael Nadal gesehen.

In Berlin war man von ihrem Aufenthalt im olympischen Dorf weniger begeistert, oder?

Das stimmt, aber das ist nicht meine Sache, sondern Sache des Weltverbandes. Ich musste in China spielen, das hat die Fifa so entschieden. Außerdem haben wir uns bei den serbischen Auswahl gesagt: Wenn einer geht, dann gehen alle nach China. Aber ich habe natürlich immer an Hertha gedacht und die Spiele im Internet verfolgt. Außerdem habe ich mit Marko Pantelic telefoniert, er hat mir alles erzählt was ich über Hertha wissen wollte.

Trotzdem könnte ihr Einsatz bei Olympia ein Nachspiel haben, Hertha hat Klage beim Internationalen Sportgerichtshof eingereicht, in Berlin erwartet man immer noch eine Abstellgebühr für Sie vom serbischen Verband. Belastet Sie das?

Dazu kann ich nichts sagen. Mein Job ist es, Fußball zu spielen. Das andere ist der Job anderer Leute.

Das Gespräch führte Claus Vetter.

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