Interview : Manfred Wolke: "Die Fahne ist leicht“

Der Boxer Manfred Wolke führte 1972 die DDR-Mannschaft ins Münchner Olympiastadion. Später trainierte er Henry Maske und Axel Schulz.

DDR-Mannschaft 1972
Olympionike Wolke. Hier als Fahnenträger der DDR 1972. Vier Jahre zuvor hatte Wolke Gold gewonnen. Als Trainer führte er Henry...Foto: dpa

Herr Wolke, was wog schwerer, als Sie 1972 die DDR-Mannschaft anführten: Die Fahne? Oder die Angst zu stolpern?

An Stolpern denkt man nicht. Ich war aufgeregt, aber es war eine positive Anspannung. Ich habe es besser verkraftet als einen Boxkampf. Außerdem konnte ich vorher testen, ob und wie lange ich die Fahne halten kann. Als Leistungssportler hatte ich aber kein Problem mit dem Gewicht.

Klingt wie ein Kinderspiel.

Nicht ganz, denn das Wetter war zickig damals: Ab und zu wehte eine Böe durchs Stadion. Da musste ich immer wieder die Haltung der Fahne korrigieren. Sie sollte ja ordentlich aussehen.

War es für Sie etwas Besonderes, mit der DDR-Fahne bei den Spielen der Bundesrepublik einzumarschieren?

Ich habe die politische Bedeutung nicht gesehen. Übrigens macht man sich während der Eröffnungsfeier über so etwas keine Gedanken. Man geht rein, und dann ist es schon wieder vorbei.

Halten Sie Dirk Nowitzki für die richtige Wahl als Fahnenträger?

Nowitzki ist einer der weltweit bekanntesten deutschen Sportler. So jemand sollte die Fahne tragen. Ich freue mich auf jeden Fall für ihn.

Das Interview führte Martin Gropp. In unserem Berlin/Peking-Blog finden Sie ein Interview mit Manfred Klein, dem deutschen Fahnenträger von 1992 in Barcelona.

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