Interview : Uwe Neuhaus: „Wir können stolz sein“

Beim 1. FC Union Berlin läuft es in dieser Saison rund - im Angriff und vor allem in der Defensive. In Tagesspiegel-Interview erläutert Trainer Uwe Neuhaus die Gründe für den Aufschwung.

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Foto: ddp

Uwe Neuhaus, 49, wurde nach seiner Bundesligakarriere Kotrainer bei Borussia Dortmund und Chefcoach bei Rot- Weiss Essen. Seit letzter Saison betreut er den 1. FC Union.



Herr Neuhaus, konnte das 0:0 gegen Bayern München II den Jahresausklang des 1. FC Union trüben?



Nein, wir sind zufrieden. Auf unsere Leistungen im ersten halben Jahr können wir stolz sein. Und die Bayern haben nicht umsonst erst zwei Mal verloren.

Warum steht Union auf Rang zwei?

Wir konnten uns von Beginn an auf eine eingespielte Mannschaft verlassen. Durch die letzte Saison, in der wir den Aufstieg in die Zweite Liga nur knapp verpasst hatten, wussten wir, dass wir gute Spieler haben.

An welchen Spielern ist der Aufschwung besonders festzumachen?

Mit lediglich 15 Gegentoren stellen wir die beste Abwehr der Liga. Deshalb will ich die Defensivleistung der gesamten Mannschaft hervorheben. Und wenn unsere Stürmer um den besten Torschützen Karim Benyamina nicht getroffen haben, sind andere eingesprungen.

In Karim Benyamina und Nico Patschinski hatten Sie nur zwei gesunde Angreifer. Wie ist die Situation bei Shergo Biran und Dustin Heun?

Shergo Biran konnte gegen München für einige Minuten auflaufen. Er wird wieder zu alter Form finden. Dustin Heun hat jetzt ein Reha-Programm vor der Brust.

Kommen im Winter neue Spieler?

Das Team spielt oben mit. Deshalb hat der Kader das absolute Vertrauen. Dennoch überlegen wir, Qualität dazuzuholen. Nach jetzigem Stand wird Anfang Januar aber noch kein neuer Spieler kommen.

Spieler wie Benyamina und Jan Glinker pokern um ihre Verträge. Kann das den Aufstiegskampf negativ beeinflussen?

Es kommt darauf an, wie hoch und wie lange gepokert wird. Es ist schlecht für die Stimmung, wenn drei oder vier Spieler bis zum Saisonende warten wollen.

Union verzichtet auf ein Trainingslager im Ausland. Könnte das die Vorbereitung auf die Rückrunde beeinflussen?

Ich hoffe nicht. Wir sind als Drittligist ganz gut aufgestellt. Wir haben eine sehr gute Anlage in Köpenick inklusive zweier Kunstrasenplätze.

Hat sich die Dritte Liga bewährt?

Ich glaube schon. Die Berichterstattung, vor allem im Fernsehen, hat zugenommen. Es gibt zahlreiche Rückmeldungen, die eine Wertsteigerung verdeutlichen. Im finanziellen Bereich klafft aber weiterhin eine große Lücke zur Zweite Liga.

Das Gespräch führte Matthias Koch.

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