Sport : Interview: Wenn Unhaltbare nicht unhaltbar sind

Herr Rost[ein Torhüter kann noch so gut sein]

Frank Rost (28) hütet seit 1992 das Tor des SV Werder Bremen, der heute im Berliner Olympiastadion bei Hertha BSC antritt.

Herr Rost, ein Torhüter kann noch so gut sein, wenn ihn die Mitspieler im Stich lassen, ist er arm dran. Erzählen Sie mal von der Ohnmacht eines Torhüters.

Es ist zwar nicht ganz von der Hand zu weisen, dass man als Torhüter in gewisser Weise ein Einzelkämpfer ist, dennoch sehe ich mich in erster Linie als Mannschaftssportler.

Dennoch gilt, dass "Torhüter sehr allein sind, sie sind besonders mutige Menschen", wie Jupp Heynckes mal gesagt hat. Sind Torhüter verkappte Individualsportler, die der Zufall zum Mannschaftssport verschlagen hat?

Nein, so würde ich das nicht sagen. Es stimmt schon, dass man als Torhüter vielleicht ein wenig mehr auch auf sich selbst angewiesen ist, als ein Feldspieler, der immer andere Feldspieler um sich herum hat. Dennoch muss sich auch ein Torhüter stets auf seine Mannschaft verlassen können.

Was unterscheidet einen guten von einem sehr guten Torhüter?

Ein guter Torhüter hält die haltbaren Bälle in hoher Konstanz, für einen sehr guten sind gerade auch in entscheidenden Spielen die unhaltbaren Bälle nicht unhaltbar.

Sind Sie ein guter oder sehr guter Torhüter?

Das sollen lieber andere beurteilen.

Immerhin gelten Sie neben Hans-Jörg Butt, Jens Lehmann und Georg Koch als mögliche deutsche Nummer zwei hinter Oliver Kahn.

Ich kümmere mich nicht darum, was andere machen. Ich versuche, meine Leistung konstant zu bringen. Wenn das gelingt, dann hat es mich nicht zu interessieren, wie es bei den anderen aussieht. Sich damit zu beschäftigen, kostet nur Zeit.

Rechnen Sie sich eine Chance aus, Kahn einmal als Nummer eins abzulösen?

Natürlich will ich für Deutschland spielen. Würde ich etwas anderes behaupten, würde ich lügen. Aber Oliver Kahn ist ein hundertprozentiger Profi, der immer gewinnen will und immer sein Bestes gibt ...

und deshalb auch bis 2006 weiter spielen möchte. Ist das nicht frustrierend für Sie?

Was weiß ich, was in 2006 ist, jetzt haben wir 2001. Für mich zählt immer nur das nächste Ziel, und das lautet: Wir müssen bei Hertha punkten.

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