Interview : Wie geht's eigentlich Günther Schäfer?

Am Wochenende trifft der VfB Stuttgart auf Bayer Leverkusen. Günther Schäfer erinnert sich an ein legendäres Spiel.

Herr Schäfer, wo erwischen wir Sie gerade?

In Stuttgart. Ich leite die Fußballschule des VfB.

Am Samstag treffen die Stuttgarter auf Leverkusen. 1992 konnte der VfB nach diesem Spiel den Titel feiern. Auch, weil Sie das mögliche 0:2 durch Andreas Thom legendär verhinderten. Wie kommt man darauf, auf der eigenen Linie per Fallrückzieher zu klären?

Es war einfach keine andere Möglichkeit mehr da. Ich konnte nur noch in Richtung Tor laufen und war mir eigentlich schon sicher, dass ich versuchen muss, den irgendwie von der Linie zu holen.

Was haben Sie in dem Moment gedacht, als Sie den Ball tatsächlich noch geklärt hatten?

Ich hatte vor allem wahnsinnige Schmerzen nach dem Flug, weil ich mit der Hüfte direkt auf die Torstange gefallen war. Aber ich wusste, dass ich es geschafft hatte, weil ich dem Ball noch im Flug nachschauen konnte – und war einfach erleichtert.

Wann wurde Ihnen bewusst, dass diese Aktion dem VfB die Meisterschaft gerettet hatte?

Nicht mal direkt nach dem Schlusspfiff. Aber so im Laufe des Abends. Da wurde mir klar, dass das eine sehr wichtige Aktion war.

Wer ist eigentlich der Held von Leverkusen: Guido Buchwald, der den 2:1-Siegtreffer erzielte? Oder Sie?

Die Mannschaft. Meine Rettungsaktion war genauso wichtig wie die Tore von Buchwald und Fritz Walter, die Flanke von Wiggerl Kögl oder die Motivationskunst von Christoph Daum. All das hat dazu beigetragen, dass wir am Ende Meister geworden sind.

Interview: Lucas Vogelsang

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